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Projektraum für Studenten in Stuttgart
Ewige Zeitlosigkeit
Das ehemalige Ladengeschäft in der Willy-Brandt-Staße 18 ist nun ein Ausstellungsraum für Künstler, Forscher und Wissenschaftler.
Der Schriftzug zieht die Blicke auf sich. „Lotte“ steht in großen Lettern am Schaufenster der Willy-Brand-Straße 18. Passanten bleiben stehen und beobachten interessiert. Denn hinter der Scheibe des ehemaligen Geschäftes passiert etwas. Lotte ist aber kein neuer Laden, sondern, wie Mitbegründerin Paula Kohlmann erklärt, „ein Interdisziplinärer Projekt- und Ausstellungsraum. Ein Raum für ausgewählte Projekte, egal ob von Studenten, Forschern oder Wissenschaftlern.“ Lotte ist eine Plattform für vielfältige Formate. „Wir bieten Raum für Filmreihen, Performances, Diskussionen, Lesungen oder wissenschaftliche Präsentationen“, erklärt Kohlmann.
Eine Schnittstelle der Hochschulen
Die Idee zu Lotte stammt von den Studenten Paula Kohlmann, Maria Kamel und Erik Sturm. „Uns fehlte in Stuttgart die Möglichkeit, die Hochschulen miteinander zu verbinden“, so Kohlmann. „Aus diesem Defizit hat sich das Konzept entwickelt.“ Um Lotte eine Struktur zu geben gründeten sie den Verein Schnittpunkt Kunst e.V. Das Team besteht heute aus acht Studenten der Akademie der Bildenden Künste, der Universität Stuttgart, der Merz-Akademie und der Filmakademie Ludwigsburg.
Die Namensfindung
Nicht ganz einfach war die Namensfindung, wie Erik Sturm erzählt: „Wir konnten uns auf keinen Namen einigen, darum beschlossen wir, den Raum nach unserer Nachbarin zu benennen.“ Kohlmann ergänzt: „Unser Teamkollege Florian Clewe hatte anschließend die Idee zu Land of The Temporary Eternity.“ Im Gegensatz zum Namen war die passende Location schnell gefunden. „Es waren die ersten Räumlichkeiten, die wir angefragt haben. Und wir sind sehr glücklich, sie bekommen zu haben“, freut sich Sturm.
Kooperationen sind erwünscht
Die Renovierungsarbeiten übernahm das Lotte-Team selbst. Dabei wurde der rohe Charakter beibehalten. So entsteht ein interessantes, spontanes Umfeld für Projekte aller Art. Künstler nutzen den Raum gerne wegen seiner unprätentiösen Atmosphäre. Das Team von Lotte wünscht sich für die Zukunft aber auch vermehrt Kooperationsprojekte mit Naturwissenschaftlern. „Wir sind alle eher kunstorientiert, daher wäre so etwas sehr aufregend für uns“, betont Kohlmann. Lotte ist ein unabhängiger Raum. Die acht Studenten entscheiden selbst was gezeigt wird. „Je abgefahrener desto spannender“, so Kohlmann.
Eine Lücke wurde gefüllt
Finanziell unterstützt wird Lotte von den verschiedenen Hochschulen der Stadt, aber auch durch Projektfördergelder vom Kulturamt Stuttgart. Den Raum stellt das Land Baden-Württemberg zwei Jahre lang mietfrei zur Verfügung. Neben den Mitgliedsbeiträgen des Vereins sind die Studenten aber auch immer auf der Suche nach weiteren Unterstützern. Dass diese Art von Ausstellungsraum Interesse weckt, zeigte bereits der große Andrang am Eröffnungstag am 1. Juni 2012. „Unsere Idee wird sehr gut angenommen“, berichtet Kohlmann und fügt hinzu: „Unser Gefühl, dass hier etwas gefehlt hat, wurde bestätigt.“ (LD)
Weitere Informationen: www.projektraum-lotte.de
28.07.2012
(Ausgabe 28. Juli 2012)










