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Stuttgarter Seelsorger
Zu wissen, sie sind nicht allein
telmi! hat für jeden ein offenes Ohr.
Regel Nummer eins: Reden lassen und zuhören. Egal, worum es geht. Wählen Kinder oder Jugendliche die Stuttgarter Nummer 23 68 888, dann weil sie jemanden suchen, der ihnen zuhört und der aus einer objektiven Sicht Ratschläge gibt. Sie wollen meist einfach reden und das Gefühl haben, dass die Person am anderen Ende der Leitung sich Zeit für sie nimmt und natürlich auch, dass sie ernst genommen werden. Ganz gleich, ob Liebeskummer, Probleme in der Schule oder bei sich Zuhause – seit dem 17. Oktober dieses Jahres können sich Kinder und Jugendliche an telmi! wenden, wenn sie nicht mehr weiter wissen.
Hilfe für Groß und Klein
Die Möglichkeit, sich per Telefon beraten zu lassen, besteht innerhalb des Deutschen Kinderschutzbundes schon lange durch die bundesweit geschaltete Nummer gegen Kummer. Hier finden nicht nur Kinder und Jugendliche ein offenes Ohr, auch für Eltern gibt es hier Anlaufstellen, Sprechstunden, Sorgentelefone oder auch Kursangebote. Aber gerade die Kinder und Jugendlichen und deren Probleme und Rechte stehen beim Kinderschutzbund im Vordergrund. So entstand auch die Idee zu telmi!Eigenständiges Projekt
Im vergangenen Jahr beschloss der Ortverband Stuttgart die Beratung vom Dachverband des Deutschen Kinderschutzbundes zu trennen und die Telefonberatung als eigenständiges Projekt auf die Beine zu stellen. Seit Anfang 2011 saßen Ursula Traub und ihr Team an der Planung, im Oktober wurde die telmi!-Nummer endlich freigeschaltet. „Sich den Kummer einfach mal von der Seele reden hilft schon viel“, erklärt Ursula Traub, Projektbeauftragte des neuen Sorgentelefons.Mit Außenstehenden über Probleme reden
Darum auch der Name. Dieser wurde aus dem Englischen abgeleitet und aus „Tell me“ übersetzt „Erzähl mir“ oder „Sag mir“ machte das Team um Ursula Traub“ telmi! „Kinder und Jugendliche können anrufen, wenn sie jemanden zum Reden brauchen“, so Ursula Traub. Denn bei vielen Problemen kann gerade das Gespräch mit einem Außenstehenden hilfreich sein. Oft macht es die anonyme Situation leichter, sich zu öffnen.Intensiver Kontakt
Die Berater von telmi! können den Kindern und Jugendlichen darüber hinaus auch noch andere Möglichkeiten aufzeigen, Probleme zu bewältigen. „Wir erhoffen uns individuelleren Kontakt, der intensiver und nicht nur oberflächlich ist. Wir möchten mehr Rückmeldungen geben“, so Ursula Traub. „Manche Kinder werden immer orientierungsloser und sie haben oft wenige Ansprechpartner, denen sie ihr Herz auszuschütten können. Bei telmi! werden sie ohne Wertung angenommen, sie können alles erzählen und werden dafür nicht verurteilt“, erklärt sie weiter.Individuelle Beratung von Profis
Montags bis freitags von 17 bis 19 Uhr stehen die ehrenamtlichen Berater und Beraterinnen bereit. Sie sind speziell für die Telefonberatung ausgebildet und Profis im Umgang mit den unterschiedlichsten Problemen. Außerdem unterliegen sie der Schweigepflicht, dürfen also keinerlei Informationen aus den Gesprächen weitergeben. Auch sind die Beratungen anonym, es sei denn, der Anrufer möchte zurückgerufen werden. Wer aus Kostengründen von telmi! auf das Mobiltelefon oder Festnetz angerufen und beraten wird, gibt dann zwar seine Anonymität auf, die Schweigepflicht gilt jedoch nach wie vor. Wie viel der Anrufer von sich preisgibt, liegt damit ganz bei ihm. Wie lange sich die Beratung zieht, liegt ebenfalls beim Anrufer. Wer nach einem Telefonat noch nicht wieder Boden unter den Füßen hat, der kann natürlich mehrmals anrufen, reden, sich beraten lassen.Gute Vernetzung
Wo die Hilfe am Telefon nicht ausreicht, wissen die Berater die richtigen Adressen und Anlaufstellen. Auch die Sozialpädagogen des örtlichen Kinderschutzbundes stehen Kindern und Jugendlichen zur Seite, wenn diese ihre Probleme nicht allein bewältigen können. „Wir sind gut vernetzt mit anderen Beratungsstellen, haben zu ihnen guten Kontakt und können für die jeweiligen Probleme Anlaufstellen in der Nähe vermitteln“, so Ursula Traub. Gerade diese Vernetzung mache telmi! als Beratungseinrichtung in seiner Arbeit so effektiv. Um telmi! bei den Stuttgarter Jugendlichen ins Bewusstsein zu rücken, verteilte der Verband Plakate an den Städtischen Schulen. Ursula Traub steht außerdem auch in Kontakt mit den Vertrauenslehrern, damit diese an Traub und ihr Team vermitteln können, wenn sie nicht mehr weiterwissen.Mit telmi! nicht allein
Als Projekt des Deutschen Kinderschutzbunds Ortsverband Stuttgart e.V. will telmi! vor allem Stuttgarter Kindern und Jugendlichen helfen, aber natürlich können Ratsuchende von überall anrufen. Die besondere Möglichkeit der Vernetzung mit anderen Anlaufstellen und die Hilfe vor Ort, ist aber nur für Anrufer aus der Region Stuttgart möglich. „Wichtig sind ein offenes Ohr und eine Portion gesunder Menschenverstand. Und man muss die Kinder ernst nehmen“, fasst Ursula Traub die Bedeutung des Beratungs- und Sorgentelefons zusammen. „Zu wissen, sie sind nicht allein – das ist das Allerwichtigste“. (AM)Weitere Informationen:
telmi!
Regionales Sorgen- und Beratungstelefon des Deutscher Kinderschutzbund Ortsverband Stuttgart e.V.
Tel.: 0711 23 68 888
Beratungszeiten: Mo bis Fr von 17 bis 19 Uhr
Internet: www.telmi-stuttgart.de oder www.ksb-s.de
Regionales Sorgen- und Beratungstelefon des Deutscher Kinderschutzbund Ortsverband Stuttgart e.V.
Tel.: 0711 23 68 888
Beratungszeiten: Mo bis Fr von 17 bis 19 Uhr
Internet: www.telmi-stuttgart.de oder www.ksb-s.de
19.11.2011
(Ausgabe 19. November 2011)










