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Der Seerosenteich und das maurische Landhaus.
Ich liebe Stuttgart
Ein Hauch von Orient
Sie gehört zu Stuttgart wie der Fernsehturm oder der VFB und beschert als Wahrzeichen der Landeshauptstadt weltweit Berühmtheit. 1853 als Parkanlage gegründet, ist die Wilhelma heute botanischer Garten, Zoo und Ruheoase in einem und aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken. Mehr als tausend Tierarten und unzählige Pflanzen sammeln sich auf dreißigHektar Fläche in Häusern und Gehegen und schaffen in historischer Architektur einen Raum für Leben aus der ganzen Welt.
Errichtung eines „Badhauses“
König Wilhelm I. von Württemberg legte mit der Errichtung eines „Badhauses“ im maurischen Stil 1842 den Grundstein für die spätere Parkanlage. Zusammen mit dem Architekten Karl Ludwig von Zanth schuf Wilhelm I. damit ein einzigartiges, nach ihm benanntes Kleinod, das weltweit seinesgleichen sucht.
Kunstvoll verzierte Decken und Marmorverkleidung
Denn der orientbegeisterte König lehnte die Architektur des Badhauses und seines Gartens an die „Alhambra“, dem maurischen Palast im spanischen Granada, an. Der Stil ist bis heute erhalten und zeigt sich an unterschiedlichen Gebäuden in der Wilhelma. Unter anderem die Damaszenerhalle, die als einziges Bauwerk den zweiten Weltkrieg unbeschadet überstand. Ihre Architektur orientiert sich am Vorbild edler Stadthäuser in Damaskus, woher auch ihr Name rührt. Wer die Innenräume der Halle betritt, erfährt die prachtvolle Entstehungszeit der Wilhelma hautnah. Kunstvolle Verzierungen an den Decken und Marmorverkleidungen an den Wänden lassen den königlichen Luxus von Wilhelm I. erahnen. Die Halle ist stets im Sommer von 13.30 bis 15.30 Uhr geöffnet und beherbergt eine Ausstellung über die Geschichte der Anlage.
Weltrekord im Pflanzenhaus
Auch am ehemaligen Landhaus, wo mittlerweile eine Pflanzensammlung untergebracht ist, scheint der maurische Stil durch. Dort finden die Besucher neben zahlreichen Farnen und anderen Gewächsen die berühmte Titanenwurz, die im Herbst 2005 blühte. Ihre riesige Blüte erreichte damals eine Größe von 2,94 Metern - ein Weltrekord.
Fütterung der kalifornischen Seelöwen
Eine weitere Attraktion ist die Fütterung der kalifornischen Seelöwen, wo diese flinken Tiere ihre Kunststücke zum Besten geben. Gegen ein kleines Fischleckerli springen sie in die Luft oder jonglieren einen Ball. Vor allem für Kinder ist die Fütterung der Seelöwen deshalb ein Highlight.
Das Wilhelma-Theater
Aber die Wilhelma bietet auch Kultur. Das gleichnamige Theater ist ebenso wie die Damaszenerhalle ein architektonisches Unikat. Denn es ist das einzige Theater im pompejanischen Stil in Deutschland. Heute dient es den Klassen der Stuttgarter Hochschule für Musik und darstellende Kunst als Lehr- und Lerntheater. Angehende Schauspieler sammeln dort erste professionelle Bühnenerfahrung.
„Die Wilhelma“ von Dierk Suhr
Wer außerdem mehr über die Wilhelma erfahren will, dem empfiehlt sich das Buch „Die Wilhelma“ von Dierk Suhr. Erschienen im Jan Thorbecke Verlag, sammelt das Buch hundert Anekdoten aus über 150 Jahren Wilhelmageschichte. Bebildert mit feinen Kupferstichen ist das Buch ein Muss für den wahren Fan des Stuttgarter Zoos. (LM)
Magnolienblüte vor dem historischen Gewächshaus.
14.01.2012
(Ausgabe 14. Januar 2012)










