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Fußballausstellung
"Gefühle, wo man schwer beschreiben kann"
Wer könnte den wunderbaren Sommer 2006 vergessen, als die Fußballbegeisterung in der Stadt pulsierte, auf dem Schlossplatz immer gefeiert wurde und Stuttgart viel schöner war als Berlin? Fußball bewegt die Massen und begeistert – keine Frage.
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Bereits die zweite Fußball-Ausstellung
Doch warum interessieren sich Historiker für diesen Massensport? „Gefühle, wo man schwer beschreiben kann“ ist bereits die zweite Fußball-Ausstellung, die die Mitarbeiter vom Haus der Geschichte Baden-Württemberg konzipiert haben. 2008 hatten sie die wichtigsten Geschichten des schweizerischen, österreichischen und deutschen Fußballs in der Schau „Das Wunder von Bregenz“ zusammengestellt.
Fußball und Geschichte gehören zusammen
Für Dr. Rainer Schimpf, Projektleiter der aktuellen Ausstellung, gehören Fußball und Geschichte zusammen: „Fußball war immer mehr als diese 90 Minuten. Er war immer ein Teil der politischen Geschichte: Nehmen Sie den Ersten Weltkrieg, als die Armeeführung Fußball zur Ablenkung der Soldaten einsetzt. Erst dadurch wird der Fußball richtig populär. Als die Männer nach Hause zurückkehren, bringen sie den Sport mit.“
Wechselspiel zwischen Geschichte und Sport
Doch der Erste Weltkrieg hatte viele negative Folgen – auch für den Fußball: Sehr viele Männer kamen nicht oder nur verletzt aus dem Krieg zurück, wie beispielsweise auch Eugen Kipp. Der Heslacher nahm beim ersten offiziellen Länderspiel der Deutschen Nationalmannschaft am 5. April 1908 gegen Basel teil. In seiner Heimatstadt spielte er zunächst bei den Sportfreunden Stuttgart, später bei den Stuttgarter Kickers. An der Westfront bei Ypern wurde er schwer verwundet, verlor ein Bein. Der zweite Rekordnationalspieler Deutschlands starb 1931 mit 46 an den Spätfolgen seiner Kriegsverletzungen.Starke Gefühle und die große Fußballbühne
Das Wechselspiel von Geschichte und Sport ist ein wichtiger Aspekt der Landesausstellung, doch stehen weniger politische und historische Ereignisse im Mittelpunkt als die Leidenschaft und die großen Gefühle, die den Fußball ausmachen. Das zeigt das namensgebende Klinsmann Zitat und davon legt auch die Tonne Zeugnis ab, gegen die er getreten hatte, als ihn 1997 Bayern-Trainer Giovanni Trapattoni gegen einen Vertragsamateur eingewechselt hat.Der FIFA-Pokal als Dank für Verdienste um den Fußball
Die große Fußballbühne wird im Kuppelsaal präsentiert: Ein echter FIFA-Pokal thront auf einem Samtkissen. Die Goldfigur wurde keiner Nationalmannschaft nach einem WM-Sieg überreicht, sondern ist der einzige Fifa-Weltpokal in Privatbesitz. Die FIFA schenkte ihn in den 1970er-Jahren dem Stuttgarter Unternehmer Rolf Deyhle für seine Verdienste bei der weltweiten Vermarktung des Fußballs. Um ihn herum laufen bekannte und eher unbekannte historische WM-Szenen.
Fußball aktiv
Den Volkssport prägen nicht nur die großen internationalen Turniere, die Medienereignisse und Massenveranstaltungen. In mehr als 3.500 Vereinen organisiert, kicken Tausende Jungs und Mädchen, Männer und Frauen in Baden-Württemberg. Um die ballbegeisterten Amateure zu würdigen, haben die Ausstellungsmacher den Ehrgeiz ,die Originale aller Wimpel baden-württembergischer Fußballvereine zusammen zu bekommen und sie im „Vereinsheim“ des Kunstgebäudes aufzuhängen. Aktiv bleiben können Kinder und Erwachsene auch in der Ausstellung: Im Soccer-Court können sie dribbeln und ihre Balltechnik verbessern, Tippkickerfiguren bemalen und Tischkicker spielen.Sportreporter-Werkstatt
Wer eher journalistische Ambitionen hat, kann seine Fußballleidenschaft am Mikrofon ausleben: In einer „Sportreporter- Werkstatt“ haben die Besucher die Möglichkeit aufregende Fußball-Szenen zu kommentieren. Ganz am Ende der Ausstellungsräume ist sie versammelt, die Mannschaft – eine legendäre Jahrhundert-Elf von Baden-Württemberg. Klinsmann ist drin, garantiert. Aber welche zehn anderen Männer (und Frauen) stehen am Innenkreis? (AS)
Weitere Informationen:
„Gefühle, wo man schwer beschreiben kann“ – Große Landesausstellung zum Fußball im Südwesten, 28. März - 11. Juli 2010 im Kunstgebäude am Schlossplatz.Informationen zum umfangreichen Begleitprogramm und zu den Themenwochen „Fußball in Afrika“ und „Blindenfußball“: www.hdgbw.de/fussballausstellung/
03.04.2010
(Ausgabe April 2010)










