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Homosexuelle veranstalten Kulturwoche
Christopher Street Day in Stuttgart
Es sei eine Trilogie, aus der das diesjährige Motto entstanden ist. Christoph Michl, Sprecher des CSD Stuttgart 2011, erklärt: „Im Jahr 2009 haben wir mit dem Motto „macht Mut!“ an die bisherigen Erfolge der schwul-lesbischen Bewegung gedacht.“ Im Jahr 2010 lautete das Motto „schön wär’s!“ – ein Blick auf die aktuelle Lage und die gesellschaftlichen Probleme der Homosexuellen. In diesem Jahr haben die Veranstalter ihr Augenmerk auf die Zukunft gelegt.
Glamouröse Eröffnungsgala in der Carl Benz Arena
„Ich freue mich schon auf die lockere und ungezwungene Atmosphäre“, sagt Frl. Wommy Wonder, die auch in diesem Jahr wieder die Gala moderieren wird. Vom Bauern bis zum Staatsbeamten seien alle unter einem Dach vereint. Der schwäbische Travestiestar mit der riesigen Plastikperücke stand schon vor zwölf Jahren bei der ersten Gala auf der Bühne. „Damals war sie noch eine Alternativveranstaltung von einer kleineren Gruppe im Theaterhaus. Heute ist die Gala zu einem politischen Ereignis geworden“, sagt Frl. Wommy Wonder. „Die Welt ist bunter, als es unsere Konvention zulässt.“
Buntes Programm im Neckarpark
Von Comedy, Chanson, Kabarett, Musik und Unterhaltung bis hin zur Akrobatik Das Programm wartet mit einer kunterbunten Vielfalt an Darbietungen auf. „Ein Hingucker wird mit Sicherheit David Pereira aus Spanien sein“, erzählt Christoph Michl. Der Verbiegungskünstler ist bereits bei „Cirque du Soleil“ aufgetreten und wird in der Carl Benz Arena eine getanzte Akrobatik zeigen. Frl. Wommy Wonder verrät: „Ich werde das Publikum wieder mit einbeziehen, werde frech sein und Spitzen setzen“. Sie hofft, dass sie mit der Show dazu beitragen kann, die Gäste ein bisschen aus der Reserve zu locken. „Die Stuttgarter sind zwar aufgeschlossen und tolerant. Aber manchmal stehen sie sich noch selbst im Weg.“
Mehr als 3.000 aktive Teilnehmer
Etwas fordernder sind die Töne bei der Polit-Parade, die quer durch die Innenstadt führen wird. Wenn sich der Zug am Samstag, den 30. Juli 2011 um 16:00 Uhr von der Böblingerstraße in Bewegung setzt, wollen die Beteiligten vor allem eines: Aufmerksamkeit erregen. Mit ihren schrillen Kostümen wollen sie nicht nur die Vielfalt des homosexuellen Lebens in und um Stuttgart darstellen, sondern auch ihre politischen und gesellschaftlichen Forderungen verdeutlichen.
Noch keine vollständige Gleichberechtigung
„Wir wollen uns noch mehr in die Gesellschaft einbringen“, sagt Christoph Michl. Denn auch mehr als 40 Jahre nach den ersten Revolten der Homosexuellenbewegung im „Stonewall Inn“ in New York seien Schwule, Lesben, Bi-Sexuelle und Transgender immer noch nicht vollständig gleichberechtigt. Zwar seien auf dem Gebiet des Lebenspartnerschaftsgesetzes und dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz große Fortschritte gemacht worden, aber die seien den Organisatoren nicht weitreichend genug.
Kinder sollen keine Luxusartikel sein
Mit dem Motto „Generation Zukunft – Alle Menschen sind gleich?!“ sei ihre Vision klar: „Wir möchten bei den Kindern anfangen, eine tolerantere Gesellschaft zu bilden“, erklärt der Sprecher des CSD Stuttgart. Er wünsche sich, dass das Thema der Homosexualität in den Lehrplänen verankert würde, so zum Beispiel im Schulfach Gemeinschaftskunde. Eine weitere Forderung ist die Gleichberechtigung bei einer Adoption. „Auch gleichgeschlechtliche Paare sollten das Recht haben, Kinder zu adoptieren“, fordert Christoph Michl.
20. Hocketse der AIDS-Hilfe Stuttgart e.V.
Traditioneller Abschluss des CSD bildet die Hocketse der AIDS-Hilfe Stuttgart e.V. Das Benefi z-Straßenfest, das sich über den Markt- und Schillerplatz, sowie auch die Kirchstraße erstreckt, dient der HIV- und AIDS-Prävention. Mit zahlreichen Informationsständen will die AIDS-Hilfe Stuttgart e.V. einmal mehr auf das Thema aufmerksam machen und zur Beratung und Aufklärung beitragen. (BD)
22.07.2011
(Ausgabe 23. Juli 2011)










