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Weiterbildung in Stuttgart
Kunst, Kultur und Bildung
Seit 20 Jahren Haus für Bildung, Kunst und Kultur: Der Treffpunkt Rotebühlplatz.
Wie ein Labyrinth baut sich das Treppenhaus vor den Besuchern auf. Täglich zieht der TREFFPUNKT Rotebühlplatz bis zu 3.000 neugierige Menschen an, die mehr wissen wollen, mehr lernen wollen, sich für Kunst und Kultur, Gesellschaft und Politik interessieren. „Von Beginn an war der TREFFPUNKT Rotebühlplatz auch als Haus der Bildung konzipiert,“ so Katrin Molnar vom TREFFPUNKT. Seit 20 Jahren beherbergt der Glasbau nicht nur die Volkhochschule Stuttgart (vhs), die auch das Kulturprogramm des Hauses organisiert, sondern außerdem den TREFFPUNKT Senior, die Musikschule, die Max-Eyth-Berufsschule und die Robert-Mayer-Berufsschule. Bürger jeden Alters finden hier Angebote aus Musik, Kunst, Tanz, Theater und Film.
Zur Entstehungsgeschichte
Ende der Siebziger Jahre gewann der Architekt Horst Haag den Gestaltungswettbewerb für den neuen Raum für Kultur. Neun Jahre später investierte die Stadt Stuttgart 100 Millionen Mark in den Bau, der nach der Idee seines Gestalters erst durch den aktiven Nutzer komplett wird. „Das gestalterische Motiv ist sein Werkstattcharakter“, erzählt Katrin Molnar. Es dauerte vier Jahre, bis am 17. Januar 1992 die damalige Kultusministerin Marianne Schultz-Hector und der damalige Oberbürgermeister Manfred Rommel den Bau eröffneten.
Entstehung neuer Synergien
Neben den heutigen fünf Institutionen bezog damals auch die Mediothek die Räume. „Unter dem gemeinsamen Dach bereicherten sich die Institutionen gegenseitig. Es entstanden Synergien, wie das Sprachencafé für gemeinsames Deutschlernen, das von der vhs und dem Treffpunkt Senior organisiert wird“, so Molnar. Im vergangenen August zog die Mediothek in die neue Stadtbibliothek am Mailänder Platz, die übrigen fünf Einrichtungen bleiben den Besuchern aber weiterhin erhalten.
Politik, Kultur, Gesundheit und Sprachen
Und ihr Angebot ist so umfangreich wie unterschiedlich. Politik und Gesellschaft, Kultur und Kreativität, Gesundheit und Umwelt, Sprachen, Beruf und Schule. All das bietet zum Beispiel die vhs als von der Stadt geförderte Einrichtung zur Weiterbildung. Unabhängig von den Startbedingungen finden Wissbegierige hier unzählige Angebote für praktisch jede Lebenslage.
Kinder sind gut aufgehoben
Und während die Eltern fleißig in einem der Unterrichtsräume büffeln, wissen sie ihren Nachwuchs im TREFFPUNKT Kinder gut aufgehoben und betreut. Neben dieser kostenlosen Obhut finden hier auch immer wieder die Veranstaltungen Kinderkino und Kindertheater statt. Bastelfreudige können in der Kinderwerkstatt malen, zeichnen, werken und bauen.
Für alle Altersgruppen
Ebenso wie die vhs spricht auch die Musikschule Stuttgarter jeden Alters an. Als musikalische Bildungseinrichtung der Landeshauptstadt ist sie die Adresse für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, wenn es darum geht, Klavier, Gitarre, Geige und Co zu lernen. Kinder ab dem zweiten Lebensjahr erhalten hier eine umfassende Musikausbildung. Alle Musikinstrumente, Gesang oder Ensemblespiel, Spiel und Gesang in Orchestern, in Chören, Bands oder Musiktheatergruppen sowie die Ausbildung in Komposition und Musiktheorie werden den Schülern der Musikschule geboten. Seit dem Jahr 1857 bereitet die Einrichtung talentierte Jugendliche auf das Musikstudium vor.
Die Robert-Mayer-Schule
Als erste Gewerbeschule der Stadt kann auch die Robert-Mayer-Schule auf eine lange Tradition zurückblicken. Sie vereint neun verschiedene Schularten und hat durch ihre Landesfachklassen, Fachschulen und das Berufskolleg Sanitär- und Heizungstechnik auch überregionale Bedeutung. Ob Berufsvorbereitungsjahr, Berufsfachschule, Berufs- oder Sonderberufsschule, Berufskolleg, Meister- oder Technikerschule oder Akademie für handwerkliche Berufe – hier haben Schüler viele Möglichkeiten, einen guten Abschluss zu bekommen. Während die Theorieräume für Installation- und Metallbautechnik sowie das Rektorat der Schule seit 1911 in der Weimarstraße zu finden sind, darf in den 15 modern ausgestatteten Werkstätten und Versuchsräumen des TREFFPUNKT Rotebühlplatz Gelerntes auch praktisch umgesetzt werden.
Die Max-Eyth- Schule
Vom Metall- zum Maschinenbau sind es nur wenige Meter. Denn auch die Max- Eyth-Schule hat ihren Sitz im Glaspalast. Im Vordergrund der verschiedenen Bildungsgänge stehen Industriemechaniker und technische Zeichner. Die Max-Eyth- Schule setzt aber auch auf die Weiterbildung. Nach einem Jahr Vollzeitunterricht stellen sich gestandene Handwerker der Meisterprüfung für Mechanik und Vorrichtungsbau.
Alles unter einem Dach
Lernen, ein Leben lang und alles unter einem Dach. Wer den Kinderschuhen, der Schule und sogar der Arbeitswelt bereits entwachsen ist, dessen Wissensdrang ist noch längst nicht gestillt. Gerade nach dem Berufsleben entdecken viele ihren Alltag und ihr Leben neu, suchen neue Aufgaben. Wen die Neugier zum TREFFPUNKT Rotebühlplatz treibt, der findet hier neue Beschäftigungsmöglichkeiten, oder kann sich für andere engagieren. Unter der Trägerschaft der Evangelischen Akademie Bad Boll arbeitet die Arbeitsgemeinschaft TREFFPUNKT Senior mit den verschiedensten Verbänden zusammen. Bildung, Kultur- und Sozialarbeit für Menschen in der dritten Lebensphase kommen hier zusammen. Wer dem Loch nach Ende des Berufslebens vorbeugen möchte, kann sich außerdem in Seminaren auch die nachberufliche Lebensphase vorbereiten.
20 Jahre TREFFPUNKT Rotebühlplatz
20 Jahre Lernen, Bildung und Kultur. Das muss gefeiert werden! „Alle im TREFFPUNKT Rotebühlplatz beheimateten Institutionen steuern Highlights aus ihrem Angebot zum gemeinsamen Programm bei. Dazu zählen zum Beispiel das Internationale Solo-Tanz-Theater- Festival, die Konzerte der Musikschule oder die Vorträge des TREFFPUNKT Senior“, so Katrin Molnar. Die Max- Eyth-Schule lädt zum Tag der offenen Tür, die Robert-Mayer-Schule zu den Blechmasters. „Das Programm zeigt den TREFFPUNKT Rotebühlplatz in allen Facetten.“
Abwechslungsreiches Jubiläumsprogramm
Zum Auftakt des Jubiläumsjahres laden die Veranstalter zum Festvortrag von Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin. In der vhs-Reihe ZukunftBilden spricht der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Philosophie und Experte für Wirtschaft und Ethik zu der Frage, wie wir in einer Gemeinschaft leben wollen, die wir selbst gestalten und für die wir selbst die Verantwortung tragen. In den Monaten Januar und Februar stehen dann Angebote zum Thema Ausbildung und Beruf im Mittelpunkt, die im März und April von Interkultur und Politik abgelöst werden. Von Mai bis Juli dreht sich alles um Kunst und Musik, der September und der Oktober stehen ganz im Zeichen der Gesundheit und Wissenschaft.
Betanzt, bespielt und mit Musik gefüllt
Mit dem Ziel, eine Lücke im städtischen Kulturraum zu schließen, eröffnete die Stadt Stuttgart vor 20 Jahren den TREFFPUNKT Rotebühlplatz. Bis heute haben die Institutionen, die das große Gebäude aus Glas bewohnen, kontinuierlich allen Generationen zahlreiche und vielseitige Möglichkeiten geboten, sich in Sachen Kunst, Kultur, Musik, Politik und Gesellschaft weiterzubilden, zu informieren, auszutauschen oder einfach unterhalten zu lassen. Das Labyrinth aus Treppen wurde betanzt und bespielt, die Hallen wurden mit Musik erfüllt. Selbst am späten Abend ist der TREFFPUNKT Rotebühlplatz gut besucht. Nach 20 erfolgreichen Jahren wünscht GOOD NEWS alles Gute zum Geburtstag. (GW)
14.01.2012
(Ausgabe 14. Januar 2012)










