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"Wer wissen möchte, was er isst, sollte ich regional orientieren."
Bio in Stuttgart
Stuttgart isst "Bio"
Wir haben drei Stuttgarter befragt, die wissen, wovon sie reden: Reinhard Ortlieb ist Betreiber des Biolandhofs Ortlieb in Stuttgart-Uhlbach. Thomas Becker führt den Bioladen „Plattsalat West“. Martin Rein ist Inhaber des Bioladens „Gesunde Kost“ in Stuttgart-Ost.
GOOD NEWS: Warum haben Sie sich für „Bio“ entschieden?
Reinhard Ortlieb: Das hat sich in den 1970er-, 1980er-Jahren ergeben, es war eine logische, eine persönliche Entwicklung. Mir wurde einfach klar, was ich will und was nicht. Ich wollte den anderen Weg nicht mehr mitgehen.
GOOD NEWS: Welche Waren haben Sie im Angebot?
Reinhard Ortlieb: Wir bauen Obst in allen Facetten an, das heißt Kern-, Stein- und Beerenobst, und für den Hofladen saisonale Gemüse. Der Rest für den Laden wird zugekauft. Erste Priorität haben dabei andere Höfe aus der Region.
Thomas Becker: Wir führen ein Bio-Vollsortiment mit einerseits günstigen Bio-Produkten, und andererseits auch dreimal teureren, die dann dafür qualitativ sehr hochwertig sind. Es gibt bei uns aber keine Tiefkühlkost und kein Convenience Food.
Martin Rein: Wir bieten Molkereiprodukte mit über 50 Käsesorten an, Brot von drei regionalen Bäckern, das typische Trockensortiment von Nudeln bis zu Gewürzen, eine Kuchentheke, Bioweine, Naturkosmetik. Den Hauptanteil bildet unser Obst und Gemüse, das wir in Bedienung verkaufen.
GOOD NEWS: Woher kommen Ihre Waren?
Thomas Becker: Querbeet, wir beziehen unsere Produkte von 30 bis 40 verschiedenen Lieferanten. Ein guter Teil davon kommt von Bio-Großhändlern, zum Teil von speziellen Großhändlern, so etwa bei Obst, Gemüse, Käse oder Wein. Einiges bekommen wir direkt vom regionalen Erzeuger, zum Beispiel Fleisch, teilweise Gemüse, auch selbst gefertigte Produkte.
GOOD NEWS: Sind die Stuttgarter besonders umweltbewusst?
Reinhard Ortlieb: Das ist schwer zu sagen! Aber zusammen mit München und Hamburg ist Stuttgart eine Hochburg der Biobranche: 1.100 von bundesweit 5.000 Bioland-Betrieben befinden sich in Baden-Württemberg! Auch speziell im Stuttgarter Umfeld gibt es einige Höfe, und das Publikum dafür ist ebenfalls da.
Martin Rein: Wenn ich die Autos angucke, dann bekommt man nicht den Eindruck, Stuttgart sei umweltbewusst! Aber wir haben hier ein hohes Aufkommen an Biomärkten, -supermärkten und auch an Biowaren im Lebensmitteleinzelhandel. Das Bewusstsein ist schon ausgeprägt. Dieses geht immer mehr in die Richtung: Ich will wissen, was ich da einkaufe. Oft sind die Leute auch bereit, für bessere Qualität einen höheren Preis zu zahlen.
GOOD NEWS: Spielt nun das Umwelt- oder das Gesundheitsbewusstsein die größere Rolle?
Martin Rein: Der Großteil denkt „egoistisch“. Ich glaube, dass sich die Leute weniger Gedanken darüber machen, was hinter ökologischem Anbau steckt – Saatgutpflege, Bodenpflege und so weiter. Es gibt auch einige Überzeugte, aber den meisten Menschen sind der Geschmack und die Gesundheit am wichtigsten.
Reinhard Ortlieb: Die stärkste Motivation für den Kauf von Biolebensmitteln ist: Ich will, dass es mir gut geht, dass ich mich gesund ernähren kann. Persönliche Gründe stehen da im Vordergrund. Ein allgemeines Umweltbewusstsein ist schon auch da, aber es führt nicht beziehungsweise nur bei wenigen zu einem anderen Konsumverhalten.
GOOD NEWS: Worauf sollte der Verbraucher achten, wenn er Lebensmittel umwelt- und gesundheitsbewusst einkaufen will?
Martin Rein: Wer wissen möchte, was er isst, dem rate ich dazu, sich regional zu orientieren. Wenn man auch noch gleichzeitig auf den Preis achten will, muss man saisonal einkaufen, dann kann man sich preisbewusst gesund ernähren.
GOOD NEWS: Kann der Verbraucher durch seine Kaufentscheidung etwas verändern?
Thomas Becker: Der Kunde kann alles verändern! Er muss sich mit der Thematik beschäftigen, und in diejenigen Läden gehen, die sich ebenfalls damit beschäftigen. Jeder einzelne Einkauf ist an den Laden die Botschaft: So macht ihr es richtig, macht weiter so.
GOOD NEWS: Gibt es eine gute Nachricht aus der Biobranche?
Reinhard Ortlieb: Sie wächst nach wie vor. Und: Die Menschen können die Entwicklung auf jeden Fall durch ihre bewusste Kaufentscheidung beeinflussen. Wenn es so weitergeht wie bisher, dann geht es in die richtige Richtung.
GOOD NEWS: Warum haben Sie sich für „Bio“ entschieden?
Reinhard Ortlieb: Das hat sich in den 1970er-, 1980er-Jahren ergeben, es war eine logische, eine persönliche Entwicklung. Mir wurde einfach klar, was ich will und was nicht. Ich wollte den anderen Weg nicht mehr mitgehen.
GOOD NEWS: Welche Waren haben Sie im Angebot?
Reinhard Ortlieb: Wir bauen Obst in allen Facetten an, das heißt Kern-, Stein- und Beerenobst, und für den Hofladen saisonale Gemüse. Der Rest für den Laden wird zugekauft. Erste Priorität haben dabei andere Höfe aus der Region.
Thomas Becker: Wir führen ein Bio-Vollsortiment mit einerseits günstigen Bio-Produkten, und andererseits auch dreimal teureren, die dann dafür qualitativ sehr hochwertig sind. Es gibt bei uns aber keine Tiefkühlkost und kein Convenience Food.
Martin Rein: Wir bieten Molkereiprodukte mit über 50 Käsesorten an, Brot von drei regionalen Bäckern, das typische Trockensortiment von Nudeln bis zu Gewürzen, eine Kuchentheke, Bioweine, Naturkosmetik. Den Hauptanteil bildet unser Obst und Gemüse, das wir in Bedienung verkaufen.
GOOD NEWS: Woher kommen Ihre Waren?
Thomas Becker: Querbeet, wir beziehen unsere Produkte von 30 bis 40 verschiedenen Lieferanten. Ein guter Teil davon kommt von Bio-Großhändlern, zum Teil von speziellen Großhändlern, so etwa bei Obst, Gemüse, Käse oder Wein. Einiges bekommen wir direkt vom regionalen Erzeuger, zum Beispiel Fleisch, teilweise Gemüse, auch selbst gefertigte Produkte.
GOOD NEWS: Sind die Stuttgarter besonders umweltbewusst?
Reinhard Ortlieb: Das ist schwer zu sagen! Aber zusammen mit München und Hamburg ist Stuttgart eine Hochburg der Biobranche: 1.100 von bundesweit 5.000 Bioland-Betrieben befinden sich in Baden-Württemberg! Auch speziell im Stuttgarter Umfeld gibt es einige Höfe, und das Publikum dafür ist ebenfalls da.
Martin Rein: Wenn ich die Autos angucke, dann bekommt man nicht den Eindruck, Stuttgart sei umweltbewusst! Aber wir haben hier ein hohes Aufkommen an Biomärkten, -supermärkten und auch an Biowaren im Lebensmitteleinzelhandel. Das Bewusstsein ist schon ausgeprägt. Dieses geht immer mehr in die Richtung: Ich will wissen, was ich da einkaufe. Oft sind die Leute auch bereit, für bessere Qualität einen höheren Preis zu zahlen.
GOOD NEWS: Spielt nun das Umwelt- oder das Gesundheitsbewusstsein die größere Rolle?
Martin Rein: Der Großteil denkt „egoistisch“. Ich glaube, dass sich die Leute weniger Gedanken darüber machen, was hinter ökologischem Anbau steckt – Saatgutpflege, Bodenpflege und so weiter. Es gibt auch einige Überzeugte, aber den meisten Menschen sind der Geschmack und die Gesundheit am wichtigsten.
Reinhard Ortlieb: Die stärkste Motivation für den Kauf von Biolebensmitteln ist: Ich will, dass es mir gut geht, dass ich mich gesund ernähren kann. Persönliche Gründe stehen da im Vordergrund. Ein allgemeines Umweltbewusstsein ist schon auch da, aber es führt nicht beziehungsweise nur bei wenigen zu einem anderen Konsumverhalten.
GOOD NEWS: Worauf sollte der Verbraucher achten, wenn er Lebensmittel umwelt- und gesundheitsbewusst einkaufen will?
Martin Rein: Wer wissen möchte, was er isst, dem rate ich dazu, sich regional zu orientieren. Wenn man auch noch gleichzeitig auf den Preis achten will, muss man saisonal einkaufen, dann kann man sich preisbewusst gesund ernähren.
GOOD NEWS: Kann der Verbraucher durch seine Kaufentscheidung etwas verändern?
Thomas Becker: Der Kunde kann alles verändern! Er muss sich mit der Thematik beschäftigen, und in diejenigen Läden gehen, die sich ebenfalls damit beschäftigen. Jeder einzelne Einkauf ist an den Laden die Botschaft: So macht ihr es richtig, macht weiter so.
GOOD NEWS: Gibt es eine gute Nachricht aus der Biobranche?
Reinhard Ortlieb: Sie wächst nach wie vor. Und: Die Menschen können die Entwicklung auf jeden Fall durch ihre bewusste Kaufentscheidung beeinflussen. Wenn es so weitergeht wie bisher, dann geht es in die richtige Richtung.
GOOD NEWS: Danke für das Gespräch. (VK)
In den Stuttgarter Bioläden finden Verbraucher frische Waren aus der Region.
Knackiges Obst und Gemüse, saisonale Produkte - die Auswahl ist groß.
06.03.2010
(Ausgabe März 2010)











