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Interview mit Laura Halding-Hoppenheit
Stuttgarts Schwulenmutter
Laura Halding-Hoppenheit (Bild: CSD)
GOOD NEWS: Frau Halding-Hoppenheit, wie lange engagieren Sie sich bereits in der Homosexuellen-Szene?
Laura Halding-Hoppenheit: Ach, schon ganz lange. Im nächsten Jahr werden es bereits 35 Jahre. Ich habe die Szene in Stuttgart mit aufgebaut.
GOOD NEWS: Wieso haben Sie sich in der Szene so eingebracht?
Laura Halding-Hoppenheit: Am 9. Februar 1977 machte der Kings Club in der Calwer Straße auf. Es war damals eine Revolution, ein solches Lokal in Stuttgart zu eröffnen. Ich kann mich noch genau erinnern, dass die Leute sich am Anfang gar nicht getraut haben, reinzugehen. Ich war damals noch Gast im Kings Club. Mir gefiel es aber gleich so gut, dass ich wusste, dass hier mein Platz ist. Hier bleibe ich. Hier kann ich etwas bewegen.
GOOD NEWS: Wie hat sich die Szene etabliert?
Laura Halding-Hoppenheit: Das hat lange gedauert. Oft kamen die Schwulen nachts in den Kings Club und waren völlig verängstigt. Manche sind geschlagen oder verfolgt worden und haben richtige Horrorszenarien erzählt. Ich wollte ihnen im Kings Club einen geschützten Raum geben.
GOOD NEWS: Aber das Lokal gehörte Ihnen damals noch gar nicht.
Laura Halding-Hoppenheit: Ja, das stimmt. Aber ich war jeden Abend im Kings Club. Irgendwann habe ich den Schlüssel bekommen, habe dort gejobbt, habe aufgeschlossen und nachts wieder abgeschlossen. Bis ich den Club dann zehn Jahre später übernommen habe.
GOOD NEWS: Warum gelten Sie als Stuttgarts Schwulenmutter?
Laura Halding-Hoppenheit: Weil die Szene meine Familie ist. (lacht). Die Schwulen sind irgendwie alle meine Kinder. Sie kommen zu mir, sie erzählen mir ihre Probleme und wir versuchen sie gemeinsam zu lösen. Symbolisch breite ich immer meine Arme aus.
GOOD NEWS: Mussten Sie sich für Ihre Arbeit oft rechtfertigen?
Laura Halding-Hoppenheit: Ach, schon ganz lange. Im nächsten Jahr werden es bereits 35 Jahre. Ich habe die Szene in Stuttgart mit aufgebaut.
GOOD NEWS: Wieso haben Sie sich in der Szene so eingebracht?
Laura Halding-Hoppenheit: Am 9. Februar 1977 machte der Kings Club in der Calwer Straße auf. Es war damals eine Revolution, ein solches Lokal in Stuttgart zu eröffnen. Ich kann mich noch genau erinnern, dass die Leute sich am Anfang gar nicht getraut haben, reinzugehen. Ich war damals noch Gast im Kings Club. Mir gefiel es aber gleich so gut, dass ich wusste, dass hier mein Platz ist. Hier bleibe ich. Hier kann ich etwas bewegen.
GOOD NEWS: Wie hat sich die Szene etabliert?
Laura Halding-Hoppenheit: Das hat lange gedauert. Oft kamen die Schwulen nachts in den Kings Club und waren völlig verängstigt. Manche sind geschlagen oder verfolgt worden und haben richtige Horrorszenarien erzählt. Ich wollte ihnen im Kings Club einen geschützten Raum geben.
GOOD NEWS: Aber das Lokal gehörte Ihnen damals noch gar nicht.
Laura Halding-Hoppenheit: Ja, das stimmt. Aber ich war jeden Abend im Kings Club. Irgendwann habe ich den Schlüssel bekommen, habe dort gejobbt, habe aufgeschlossen und nachts wieder abgeschlossen. Bis ich den Club dann zehn Jahre später übernommen habe.
GOOD NEWS: Warum gelten Sie als Stuttgarts Schwulenmutter?
Laura Halding-Hoppenheit: Weil die Szene meine Familie ist. (lacht). Die Schwulen sind irgendwie alle meine Kinder. Sie kommen zu mir, sie erzählen mir ihre Probleme und wir versuchen sie gemeinsam zu lösen. Symbolisch breite ich immer meine Arme aus.
GOOD NEWS: Mussten Sie sich für Ihre Arbeit oft rechtfertigen?
Laura Halding-Hoppenheit: Ja, sicher. Oft wurde ich von anderen Leuten gefragt und auch verspottet, warum ich so aktiv in der Szene sei und auch noch ein Lokal betreibe. Schließlich sei ich doch Akademikerin und hätte in Bukarest Kunstgeschichte studiert. Aber ich war jung, wollte kämpfen und wollte in der Szene etwas bewegen. Heute lacht mich keiner mehr aus.
GOOD NEWS: Was konnten Sie in den letzten Jahren bewegen?
GOOD NEWS: Was konnten Sie in den letzten Jahren bewegen?
Laura Halding-Hoppenheit: Zumindest die Gleichberechtigung ist uns im Großen und Ganzen gelungen. Wobei es immer noch Probleme gibt. Zum Beispiel bei der Adoption von Kindern. Das wird den Homosexuellen verweigert, dabei sind sie genauso ein Teil der Gesellschaft und tragen zum Sozialsystem bei.
GOOD NEWS: Was muss Ihrer Meinung nach in Zukunft getan werden?
Laura Halding-Hoppenheit: Wir müssen bei den Kindern anfangen und sie toleranter erziehen. Wenn die Kinder verstehen, dass gleichgeschlechtliche Paare etwas ganz Normales sind, dann hilft es der Integration von Schwulen und Lesben schon mal sehr. Ich habe selbst zwei Kinder und habe sie sehr offen erzogen.
GOOD NEWS: Was bedeutet der Christopher Street Day für Sie?
Laura Halding-Hoppenheit: Der CSD in Stuttgart ist für mich immer ein willkommener Anlass, um wieder mitzumischen. Ich habe 2010 bei zwölf kleinen CSDs in Provinzstädten mitgemacht und konnte es nicht glauben, was ich da gesehen habe. Die Schwulengruppen liefen nur mit kleinen Plakaten herum und wurden von den Zuschauern komisch angeschaut. Das muss aufhören. Ich werde für die Gerechtigkeit kämpfen bis ich hundert bin. (lacht)
GOOD NEWS: Vielen Dank für das Interview, Frau Halding-Hoppenheit, und weiterhin und viel Erfolg bei Ihrer Arbeit. (BD)
GOOD NEWS: Was muss Ihrer Meinung nach in Zukunft getan werden?
Laura Halding-Hoppenheit: Wir müssen bei den Kindern anfangen und sie toleranter erziehen. Wenn die Kinder verstehen, dass gleichgeschlechtliche Paare etwas ganz Normales sind, dann hilft es der Integration von Schwulen und Lesben schon mal sehr. Ich habe selbst zwei Kinder und habe sie sehr offen erzogen.
GOOD NEWS: Was bedeutet der Christopher Street Day für Sie?
Laura Halding-Hoppenheit: Der CSD in Stuttgart ist für mich immer ein willkommener Anlass, um wieder mitzumischen. Ich habe 2010 bei zwölf kleinen CSDs in Provinzstädten mitgemacht und konnte es nicht glauben, was ich da gesehen habe. Die Schwulengruppen liefen nur mit kleinen Plakaten herum und wurden von den Zuschauern komisch angeschaut. Das muss aufhören. Ich werde für die Gerechtigkeit kämpfen bis ich hundert bin. (lacht)
GOOD NEWS: Vielen Dank für das Interview, Frau Halding-Hoppenheit, und weiterhin und viel Erfolg bei Ihrer Arbeit. (BD)
22.07.2011
(Ausgabe 23. Juli 2011)










