Filmwinter in Stuttgart

Die Filmkunst feiert Geburtstag

Spätestens seit Silvester hat man in der Regel genug vom Winter. Doch als Stuttgarter Filmfan kann man sich noch auf ein ganz besonderes Ereignis freuen: den Stuttgarter Filmwinter. Vom 19. bis zum 22. Januar 2012 findet das diesjährige Festival für Filmkunst statt – und erlebt bereits seine 25. Auflage. Klar, dass das erste Vierteljahrhundert dabei ebenso Thema der Veranstaltung ist wie ein Ausblick in die Zukunft.

Das Motto: „It‘s a boy!“

Der Filmwinter war schon immer das visionärste und künstlerischste unter den Stuttgarter Filmfestivals und wird auch 2012 seinem Status gerecht: 70 Filme und 20 mediale Arbeiten ziehen in den Wettbewerb. Das Motto des diesjährigen Festivals lautet „It‘s a boy!“ und hat sich der Behandlung von Rollenbildern von Mann und Frau in Film und Video verschrieben. Doch was wäre der Filmwinter, wenn in der Wahl des Mottos nicht noch mehr steckte. „Der Filmwinter schaut zurück auf seine Geburt und gibt einen Ausblick in die Zukunft“, verrät Petra Heinze, Pressesprecherin des Stuttgarter Filmwinters 2012.

Die Schwerpunkte

Los geht es am Donnerstag, den 19. Januar 2012, mit der offiziellen Eröffnung um 19 Uhr im Filmhaus. Während um 20 und 22 Uhr die ersten Kurzfilmwettbewerbe über die Leinwand flimmern, kann man mit der „Preisträgerrolle“ ebenfalls um 22 Uhr einen Blick auf die letzten 25 Jahre Filmwinter werfen. Schon die Filmvorführung und der DJ am Eröffnungstag machen deutlich, dass der Fokus hier auf Filmemachern abseits des Durchschnitts liegt. Ein zweiter Fokus des Filmwinters liegt auf dem Hund beziehungsweise dem Tier an sich im Film. Unter anderem in „RaumZeitHund“ von Nikolaus Eckhard, in dem ein Hund der Schwerkraft entzogen wird.

Der Filmwinter retrospektiv und zukunftsorientiert

Auch beim Rahmenprogramm zeigt sich der 25. Stuttgarter Filmwinter einerseits retrospektiv, wagt andererseits jedoch einen Blick in die Zukunft. „Zum Jubiläum gibt es ein „Best-of“ der vergangenen Preisträger und auch an Stefan Möckel wird erinnert, der in 20 Jahren 60 Filme beim Filmwinter zeigte. Darüber hinaus markiert der Filmwinter Stationen der letzten 25 Jahre und stellt seine Paten für die nächsten 25 Jahre vor. Eine sonntägliche Kaffeefahrt zu den wichtigen Stationen des Filmwinters per Bus rundet das Jubiläumsprogramm ab“, erzählt Petra Heinze.

Hommage an George Kuchar

Zudem gibt es Werkschauen der Jurymitglieder Guy Ben-Ner und Bady Minck, eine Präsentation des französischen Verleihs Light Cone sowie eine dreiteilige Hommage an den am 6. September 2011 verstorbenen amerikanischen Underground-Filmemacher George Kuchar, dessen Arbeiten regelmäßig beim Filmwinter gezeigt wurden. Heinze: „Er war bekannt für seine „Billig“- Ästhetik, sowie den spielerischen Einsatz von untalentierten Darstellern und belanglosen Handlungen.“ Dass dabei dennoch etwas künstlerisch Wertvolles herauskommt, ist als durchaus große Leistung anzuerkennen.

Ein abwechslungsreiches Kinderprogramm

Während sich die Erwachsenen den Filmen, Vorträgen und Diskussionsrunden hingeben, kommt auch der Nachwuchs nicht zu kurz. Die Veranstalter haben ein Kinderprogramm auf die Beine gestellt, das bestimmt auch einige Erwachsene mit Spannung verfolgen werden: „Sieben verschiedene Veranstaltungen für Kinder, Jugendliche, Eltern und Großeltern bietet der FiWi für Kids“, verkünden die Macher. „Man kann spielerisch lernen, zu Filmen zu rappen, einen 3DRaumklang miterschaffen, in seinem Lieblingsfilm mitspielen, sich ein Handtaschenkino malen, Super 8-Filme drehen, an einer Familienführung durch die Medienkunst-Ausstellung teilnehmen oder internationale Kurzfilme anschauen.“ Für Abwechslung ist also gesorgt. (BS)

Weitere Informationen: www.wand5.de/filmwinter

14.01.2012
(Ausgabe 14. Januar 2012)
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