Fantasy Filmfest in Stuttgart

Ein großes bisschen Horrorshow

Ein großes bisschen Horrorshow

Schon der offizielle Trailer zur diesjährigen Ausgabe des Fantasy Filmfest macht auf drastische Weise deutlich, was die unerschrockenen Cineasten zu erwarten haben: Zu beschwingter Musik geht es in düster animierter Schwarz-Weiß-Optik zahlreichen Menschen auf äußerst fantasievolle Art und Weise an den Kragen. Makaber ist das schon – aber eben immer mit einer gewissen Prise Humor. Diese Mischung begeistert Stuttgarter Horror-, Thriller und Gruselfans schon seit Jahren – und auch in diesem Sommer werden viele ihre Tage im Kino verbringen und dabei entweder den exorbitant hohen Temperaturen oder dem Regen entkommen: Schon mehr als einen Monat im Vorfeld des kultigen Filmfestivals sind alle Dauerkarten ausverkauft.
Komfort für harte Nüsse
Doch wer sich noch kurzfristig gruseln, amüsieren oder schockieren lassen will, kann beruhigt sein: An der Abendkasse wird es wie immer genügend Tickets geben. Und bei freier Platzwahl muss man auch keine Sorge haben, nur noch vorne links einen Sitz zu bekommen. Die Frage, ob Nachos oder Popcorn, sollten sich zartbesaitete Gemüter übrigens lieber nicht stellen. Es wäre nicht das erste Mal, dass allzu mitgenommene Gäste den Saal frühzeitig verlassen müssen.
Horror in größter Vielfalt
Zur Auswahl stehen auch diesmal Dutzende Streifen aus den Genres Horror, Fantasy, Science Fiction, Thriller, Splatter und weiteren Ablegern der düsterbrutalen Filmkultur. Austragungsort ist das altehrwürdige Metropolkino. Das Gute daran: Der Weg zum Parkhaus oder zur U-Bahn ist recht kurz und so kann manch schockierender Kinobesuch notfalls schnell hinter sich gebracht werden. Das wird auch immer wieder nötig sein, denn das 1987 gegründete Fantasy Filmfest ist nicht zu Unrecht eines der bedeutendsten Genre- Filmevents weltweit.
Die üblichen Kreaturen
Beliebtes Thema sind natürlich wieder und wieder die Stars unter den üblen Kreaturen – Zombies, Vampire und wahnsinnige Massenmörder. „Cockneys Vs Zombies“ zum Beispiel greift die britische Zombie-Slapstick-Tradition auf und liefert ein bitterböses und dabei urkomisches Stück Splatterspaß. Der spanische Beitrag „Game Of Werewolves“ liefert einen ungewöhnlichen Beitrag zum Gestaltwandlersujet – natürlich ohne die Mistgabeln und Fackeln zu vergessen, die ein werwolfjagender Mob braucht.
Keine Gnade

Ein Wiedersehen mit Alicia Silverstone gibt es in „Vamps“ – ein Film, dessen Titel absolut wörtlich zu nehmen ist und eine Highschool-Clique als blutrünstige Vampire zeigt. Doch damit natürlich längst nicht genug: Alleine Filmtitel wie „The Suicide Shop“, „Piranha“ oder „Nightfall“ machen klar, dass hier nicht zimperlich mit den Zuschauern umgegangen wird. Doch das wollen diese zumeist auch nicht.
Eine einmalige Chance

Das Besondere am Fantasy Filmfest: Viele der gezeigten Produktionen werden danach nie wieder im Kino zu sehen sein und finden auch nicht immer den Weg in die Videotheken. Insbesondere bei asiatischen oder südamerikanischen Beiträgen ist dieses Festival also die einzige Chance, die Filme auf der großen Leinwand zu erleben. Und der Schockmoment des plötzlich auftauchenden Killers oder Monsters ist auf der großen Leinwand nun mal ungleich größer als im heimischen Wohnzimmer. Obwohl: Einen nervösen Blick unters Bett wirft man auch dann. (BS)
Weitere Informationen: www.fantasyfilmfest.com

Ein großes bisschen Horrorshow
04.08.2012
(Ausgabe 04. August 2012)
Bookmark bei: Mr. Wong Webnews Bookmark bei: Yigg Bookmark bei: Technorati Bookmark bei: Linkarena Bookmark bei: Google Bookmark bei: Folkd Bookmark bei: Del.icio.us