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Interview mit Barbara Bürkle
Erlaubt ist, was Spaß macht
Jazz-Sängerin Barbara Bürkle begeistert Stuttgart mit ihrem einfühlsamen und intensiven Debüt-Album. GOOD NEWS durfte schon reinhören. (Bilder: Ralf Athen)
Wir treffen Barbara Bürkle in einem Stuttgarter Café. Im Hintergrund läuft Musik von Cesaria Evora. Das Debütalbum des Barbara Bürkle Quintetts erscheint nämlich erst Ende Januar.
GOOD NEWS: Wie fühlt sich ein Debütalbum an?
Barbara Bürkle: Es fühlt sich sehr gut an! Ich habe viel Herz und Arbeit in dieses Album gesteckt. Die drei Tage mit meinem Quintett im Aufnahmestudio waren sehr intensiv und spannend.
GOOD NEWS: Der Titel der CD „Everything Allowed“ lässt erahnen, dass Sie die Vielfalt musikalischer Richtungen und Einflüsse richtig ausleben.
Barbara Bürkle: Ja, das stimmt. Auf der CD finden sich eigene Kompositionen, aber auch das neu arrangierte „Eleanor Rigby“ der Beatles, Bossa-Nova-Anklänge oder das großartige „My Favorite Things“. Die meisten Arrangements habe ich nicht erst für die CD geschrieben, sondern schon vorher. Ideen entstehen ja nicht auf Knopfdruck, sondern dann, wenn man es am wenigsten erwartet. Manche Stücke sind über Jahre gereift, andere, wie etwa „My Favorite Things“, sind tatsächlich erst vor Kurzem entstanden. Es ist also keine verordnete, sondern eine gewachsene Vielfalt, die alles erlaubt, was Spaß macht.
GOOD NEWS: Im Booklet zur CD schreiben Sie, Ihr eigenes Stück „Baião de B.“ sei Ihr persönliches „Mutmach-Lied“. Wie muss man das verstehen?
Barbara Bürkle: Das Stück hatte für mich von Anfang an eine sehr positive und helle Ausstrahlung. Es entstand an einem fröhlichen Abend in Südafrika, wo ich mit dem Bundesjazzorchester auf Tour war. Ich hatte eine Melodie im Kopf, die ich auf dem Handy eines Freundes aufnahm, um sie nicht zu vergessen. Der Text kam erst vier Tage vor der Aufnahme dazu. Er handelt sozusagen von dem besonderen Mut, den man braucht, um aus schwierigen Situationen im Leben herauszukommen.
GOOD NEWS: Jazz-Sängerin werden zu wollen, ist doch an sich schon mutig. Wie sind Sie dazu gekommen?
Barbara Bürkle: Ich wusste lange Zeit nicht, dass man Jazz auch singen kann. In der Schule wurde der Jazz eher als Instrumentalmusik abgehandelt. Ich habe zwar im Schulchor gesungen, das war aber vorwiegend Rock- und Popmusik. Gegen Ende der Schulzeit fragte mich mein Lehrer, ob ich Lust hätte in einer Jazzband zu singen – und erst da kam ich mit Jazz-Gesang überhaupt in Berührung. Ich habe Gesangsunterricht genommen und ging nach Mannheim, um Jazz-Gesang zu studieren. Der Rest ist Geschichte … (lacht).
GOOD NEWS: Dass eine Jazz-Sängerin richtig scatten kann, also ohne Text schwierige Tonfolgen in rasender Geschwindigkeit singt, ist selten geworden. Können Sie uns erklären, wie das funktioniert?
Barbara Bürkle: Das funktioniert ganz ähnlich wie die instrumentale Improvisation mit dem Saxofon oder mit der Trompete. Das kann ganz simpel sein, wenn zum Beispiel Frank Sinatra „schubidubidu“ singt, oder ziemlich halsbrecherisch, wenn man etwa die große Ella Fitzgerald hört. Man braucht in jedem Fall ein Gespür für die Akkorde und die Stimmung eines Stücks, um dazu mit der Stimme improvisieren zu können.
GOOD NEWS: Wie wichtig ist neben Ihrer Stimme die Stimmung der Musik?
Barbara Bürkle: Sehr wichtig. Die Stimmung der einzelnen Songs muss sowohl musikalisch als auch textlich rüberkommen. Mich reizt die unglaubliche Bandbreite an Stimmungen, die man mit der Stimme und den entsprechenden Arrangements erzeugen kann. Insofern erlebt man auf meinem Debütalbum nicht nur verschiedenste musikalische Richtungen, sondern auch ganz vielfältige Stimmungen.
GOOD NEWS: Wie muss man sich die Arbeit des Barbara Bürkle Quintetts vorstellen? Wer ist der Chef?
Barbara Bürkle: Ich bin natürlich der Chef! (lacht) Nein, mit Dirk Wochner am Klavier, Uli Schiffelholz am Schlagzeug und Steffen Hollenweger am Bass habe ich studiert und schon in verschiedenen Formationen zusammengespielt. Der Saxofonist Andreas Francke wurde mir wärmstens empfohlen, da ich neben meinem Gesang noch eine weitere Melodiestimme haben wollte. Die Arrangements stammen allesamt von mir und sind schon sehr stark auf den Gesang ausgerichtet. Aber gelegentlich beneide ich als Sängerin auf der Bühne meine Kollegen darum, dass sie nicht so sehr im Vordergrund stehen.
GOOD NEWS: Apropos Bühne: Wann und wo kann man das Barbara Bürkle Quintett live erleben?
Barbara Bürkle: Am 1. Februar werden wir die neue CD bei einem Release-Konzert auf dem Theaterschiff in Bad Cannstatt feiern. Dazu laden wir alle Stuttgarter herzlich ein! Im Anschluss touren wir durch Süddeutschland und werden am 10. Mai wieder nach Stuttgart zurückkehren – mit einem Auftritt im BIX Jazzclub.
GOOD NEWS: Frau Bürkle, wir danken für das Gespräch und wünschen Ihrem Album viel Erfolg. (RC)
GOOD NEWS: Wie fühlt sich ein Debütalbum an?
Barbara Bürkle: Es fühlt sich sehr gut an! Ich habe viel Herz und Arbeit in dieses Album gesteckt. Die drei Tage mit meinem Quintett im Aufnahmestudio waren sehr intensiv und spannend.
GOOD NEWS: Der Titel der CD „Everything Allowed“ lässt erahnen, dass Sie die Vielfalt musikalischer Richtungen und Einflüsse richtig ausleben.
Barbara Bürkle: Ja, das stimmt. Auf der CD finden sich eigene Kompositionen, aber auch das neu arrangierte „Eleanor Rigby“ der Beatles, Bossa-Nova-Anklänge oder das großartige „My Favorite Things“. Die meisten Arrangements habe ich nicht erst für die CD geschrieben, sondern schon vorher. Ideen entstehen ja nicht auf Knopfdruck, sondern dann, wenn man es am wenigsten erwartet. Manche Stücke sind über Jahre gereift, andere, wie etwa „My Favorite Things“, sind tatsächlich erst vor Kurzem entstanden. Es ist also keine verordnete, sondern eine gewachsene Vielfalt, die alles erlaubt, was Spaß macht.
GOOD NEWS: Im Booklet zur CD schreiben Sie, Ihr eigenes Stück „Baião de B.“ sei Ihr persönliches „Mutmach-Lied“. Wie muss man das verstehen?
Barbara Bürkle: Das Stück hatte für mich von Anfang an eine sehr positive und helle Ausstrahlung. Es entstand an einem fröhlichen Abend in Südafrika, wo ich mit dem Bundesjazzorchester auf Tour war. Ich hatte eine Melodie im Kopf, die ich auf dem Handy eines Freundes aufnahm, um sie nicht zu vergessen. Der Text kam erst vier Tage vor der Aufnahme dazu. Er handelt sozusagen von dem besonderen Mut, den man braucht, um aus schwierigen Situationen im Leben herauszukommen.
GOOD NEWS: Jazz-Sängerin werden zu wollen, ist doch an sich schon mutig. Wie sind Sie dazu gekommen?
Barbara Bürkle: Ich wusste lange Zeit nicht, dass man Jazz auch singen kann. In der Schule wurde der Jazz eher als Instrumentalmusik abgehandelt. Ich habe zwar im Schulchor gesungen, das war aber vorwiegend Rock- und Popmusik. Gegen Ende der Schulzeit fragte mich mein Lehrer, ob ich Lust hätte in einer Jazzband zu singen – und erst da kam ich mit Jazz-Gesang überhaupt in Berührung. Ich habe Gesangsunterricht genommen und ging nach Mannheim, um Jazz-Gesang zu studieren. Der Rest ist Geschichte … (lacht).
GOOD NEWS: Dass eine Jazz-Sängerin richtig scatten kann, also ohne Text schwierige Tonfolgen in rasender Geschwindigkeit singt, ist selten geworden. Können Sie uns erklären, wie das funktioniert?
Barbara Bürkle: Das funktioniert ganz ähnlich wie die instrumentale Improvisation mit dem Saxofon oder mit der Trompete. Das kann ganz simpel sein, wenn zum Beispiel Frank Sinatra „schubidubidu“ singt, oder ziemlich halsbrecherisch, wenn man etwa die große Ella Fitzgerald hört. Man braucht in jedem Fall ein Gespür für die Akkorde und die Stimmung eines Stücks, um dazu mit der Stimme improvisieren zu können.
GOOD NEWS: Wie wichtig ist neben Ihrer Stimme die Stimmung der Musik?
Barbara Bürkle: Sehr wichtig. Die Stimmung der einzelnen Songs muss sowohl musikalisch als auch textlich rüberkommen. Mich reizt die unglaubliche Bandbreite an Stimmungen, die man mit der Stimme und den entsprechenden Arrangements erzeugen kann. Insofern erlebt man auf meinem Debütalbum nicht nur verschiedenste musikalische Richtungen, sondern auch ganz vielfältige Stimmungen.
GOOD NEWS: Wie muss man sich die Arbeit des Barbara Bürkle Quintetts vorstellen? Wer ist der Chef?
Barbara Bürkle: Ich bin natürlich der Chef! (lacht) Nein, mit Dirk Wochner am Klavier, Uli Schiffelholz am Schlagzeug und Steffen Hollenweger am Bass habe ich studiert und schon in verschiedenen Formationen zusammengespielt. Der Saxofonist Andreas Francke wurde mir wärmstens empfohlen, da ich neben meinem Gesang noch eine weitere Melodiestimme haben wollte. Die Arrangements stammen allesamt von mir und sind schon sehr stark auf den Gesang ausgerichtet. Aber gelegentlich beneide ich als Sängerin auf der Bühne meine Kollegen darum, dass sie nicht so sehr im Vordergrund stehen.
GOOD NEWS: Apropos Bühne: Wann und wo kann man das Barbara Bürkle Quintett live erleben?
Barbara Bürkle: Am 1. Februar werden wir die neue CD bei einem Release-Konzert auf dem Theaterschiff in Bad Cannstatt feiern. Dazu laden wir alle Stuttgarter herzlich ein! Im Anschluss touren wir durch Süddeutschland und werden am 10. Mai wieder nach Stuttgart zurückkehren – mit einem Auftritt im BIX Jazzclub.
GOOD NEWS: Frau Bürkle, wir danken für das Gespräch und wünschen Ihrem Album viel Erfolg. (RC)
Weitere Informationen
02.01.2010
(Ausgabe Januar 2010)











