Landesausstellung zu Musik und Emotionen

Freud und Leid in Dur und Moll

Wie drücken Komponisten und Musiker des Landes Gefühle musikalisch aus? Dieser Frage gehen die Aussteller des Landesmuseums Württemberg in ihrer Ausstellung „Freud und Leid in Dur und Moll – Musikkultur in Baden-Württemberg“ nach. Denn Gefühle und Musik hängen unmittelbar zusammen.
 

Musik bewegt uns

Ob Freude oder Angst, ob Liebe oder Aggression – Musik findet Ausdruck für alle Gefühlslagen. Besonders in der Zeit der Romantiker galt die Ansicht, dass Musik eine „Sprache der Gefühle“ sei. Doch wie uns Musik bewegt, ist in der Musikgeschichte auch einem historischen Wandel unterworfen.

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Die Motorsäge als Instrument wird in Metal, Hip Hop und Neuer Musik eingesetzt. Die Fantastischen Vier verwenden in dem Song Schizophren eine baugleiche Säge. (Bild: STIHL AG, Waiblingen)

Entdeckungsreise durch die Musikgeschichte Württembergs

In der Ausstellung „Freud und Leid in Dur und Moll“, einem Beitrag zur Großen Landesausstellung 2010, begeben sich die Besucher auf Entdeckungsreise durch die Musikgeschichte Württembergs – und zwar unter einem ganz besonderen Aspekt: Musik und Emotionen. Mit Blick auf Württemberg zeigt sie, wie Komponisten und Musiker bis heute Gefühle und Musik verbinden.

Musik und Emotionen

„Der Rundgang durch die Ausstellung erfolgt nicht chronologisch, sondern thematisch“, so die Ausstellungskuratorin Dr. Irmgard Müsch. Der Besucher durchwandert verteilt auf zwei Ebenen sechs verschiedene Gefühlswelten: Freude, Angst und Aggression, Glaube, Trauer, Liebe und Wir-Gefühl. Dabei hat jede Abteilung ihre eigenen thematischen Schwerpunkte. Die Abteilung Liebe, Lust und Leidenschaft etwa zeigt, wie unterschiedlich Liebe aufgefasst und musikalisch ausgedrückt wird und wurde. Hier stehen Musikstücke aller Jahrhunderte im Mittelpunkt: das Minnelied, die Schäfermode und das Liebeslied der Romantik.

Über 160 Objekte und über 60 Hörbeispiele

Zur besonderen Aufgabe hat es sich das Ausstellungsteam gemacht, dass die Besucher diese Gefühlsebenen individuell erfahren können. „Wir haben uns für eine sogenannte ‚Klangschwelle‘ zu Beginn jeder Abteilung entschieden. Die Besucher tauchen vor jeder Abteilung rein assoziativ in eine Gefühlswelt ein. Jeder soll selbst zunächst die Emotion fühlen, bevor die musikalischen Ausdrucksmittel verschiedener Jahrhunderte vorgestellt werden“, so Irmgard Müsch. Eine weitere Besonderheit ist, dass der Besucher die Ausstellung durch den Audioguide erlebt. Dieser erläutert ihm über 160 Exponate und spielt über 60 Hörbeispiele ab. So erfährt man, wie ein Biberacher Komponist um 1800 auf einer Orgel beängstigenden Donner erzeugte.

„Mein Lieblingsobjekt ist die Motorsäge“

Die Objekte der Ausstellung sind vielfältig. So sehen die Besucher Musikinstrumente, Gemälde, Zeichnungen und Fotografien, aber auch Handschriften wie die kostbare und selten ausgestellte Weingartner Liederhandschrift aus dem 14. Jahrhundert. „Mein Lieblingsobjekt ist momentan die Motorsäge. Sie stellt als Instrument der Fantastischen Vier oder Metal Bands auf verblüffende Weise die Musikkultur des Landes dar und ist zugleich ein sehr emotional besetzter Gegenstand“, so Irmgard Müsch.

 

Architektur und Ausstellungstücke gehen Hand in Hand

Aber auch die Ausstellungsarchitektur spielt mit, wenn es heißt, Liebe, Freude oder Angst zu fühlen. „Im Raum Liebe etwa laufen Sie über einen weichen tiefroten Flokati-Teppich, die Vitrinen und Objekte sind in weiche, luftige Vorhänge eingebettet“, so die Architektin der Ausstellung, Franziska Schmidt.
 

Akustische Entspannung zum Abschluss

Ein weiteres kleines Bonbon für alle Besucher wartet zum Abschluss der Ausstellung: Auf bequemen Sitzmöbeln können sie es sich in einer Hörlounge gemütlich machen und Musik zum Entspannen, Meditieren und mit Heilungskraft hören. (JB)
 
 

Weitere Informationen:

Was: Freud und Leid in Dur und Moll. Musikkultur in Baden-Württemberg
Wann: 16.04. - 12.09.2010
Wo: Fruchtkasten des Landesmuseum Württemberg
Öffnungszeiten: Di - So 10 - 17 Uhr
Eintritt: 6 - 8 Euro

03.04.2010
(Ausgabe April 2010)
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