Kultur für alle
An Kultur teilnehmen - das ist ein Grundbedürfnis des Menschen. (Bild: Kultur für alle)

Initiative Kultur für alle

Kultur für alle

Für viele Menschen ist Kultur in erster Linie Genuss. Ein Stück Lebensqualität, das die Kultureinrichtungen in Stuttgart ihren Besuchern gerne bieten. Diese Lebensqualität kostet in der Regel Eintritt – ganz gleich, ob es sich um ein Museum, Theater oder die Oper handelt. Dass Kultur trotzdem nicht am Eintrittspreis scheitern muss, dafür setzt sich der Stuttgarter Verein „Kultur für alle“ ein.
 

Kultur soll kein Luxus sein

Die Idee hinter der Initiative erklärt Geschäftsführerin Julia Schindler so: „Wir wollen nicht, dass Kultur Luxus wird, sondern für alle zugänglich ist.“ Im Herbst 2008 trafen sich Vertreterinnen und Vertreter Stuttgarter Sozial- und Kultureinrichtungen am „Runden Tisch“ der Bürgerstiftung Stuttgart und gründeten die Initiative „Kultur für alle Stuttgart“.
 

Ein Angebot für alle

Bis Dezember 2009 arbeitete diese Initiative ehrenamtlich an der Umsetzung. Heute ist aus der Initiative ein eigener Verein geworden. Hans Tränkle, ehemaliger Geschäftsführender Intendant des Stuttgarter Staatstheaters, engagiert sich als Schirmherr für den Verein: „Es gibt ähnliche Projekte. Diese betreffen aber nur einen bestimmten Kreis. Dass ‚Kultur für alle‘ wirklich einen ganz großen Kreis betrifft, das ist einmalig in Stuttgart.“

 

Kostenloser Eintritt für 60.000 Stuttgarter

Seit Januar 2010 können weit über 60.000 Stuttgarter von kostenlosem Eintritt zu vielen Kulturveranstaltungen profitieren. Derzeit machen 25 Kultureinrichtungen aus verschiedenen Sparten bei der Initiative mit, darunter das Theaterhaus, das Kunstmuseum, das Mercedes- Benz Museum, die Kiste oder die Volkshochschule (VHS).
 

Ein Kontingent aus allen Preiskategorien

Die kooperierenden Kultureinrichtungen stellen ein festes Kontingent an Freikarten aus allen Preiskategorien zur Verfügung. Die Karten bekommen die Interessenten dann direkt an der Kasse der jeweiligen Einrichtung. „Vergeben werden kostenlose Eintrittskarten, keine Restkarten“, betont Geschäftsführerin Julia Schindler.
 

Kein Antrag notwendig

Das ist für den Verein keine Nebensache, ergänzt Hans Tränkle: „Die Besucher werden bei den Einrichtungen behandelt wie jeder andere Karteninteressent auch, nur dass sie nichts bezahlen müssen.“ Wer dieses Angebot in Anspruch nehmen will, braucht keinen besonderen Antrag, denn der Verein „Kultur für alle“ ist an die Bonuscard + Kultur geknüpft.
 

Die Bonuskarte erhalten mehrere Zielgruppen

Die Bonuscard + Kultur erhalten automatisch Bedürftige mit geringem Einkommen, die keine Transferleistungen beziehen, alle, die Sozialhilfe, Arbeitslosengeld II, Grundsicherungsleistungen und Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz beziehen sowie Familien mit mindestens fünf Kindern – auf besonderen Antrag auch sogenannte Schwellenhaushalte.
 

Die Nachfrage ist groß

Schon jetzt nach zweimonatigem Bestehen ist die Nachfrage groß. Neue Kulturveranstalter wurden gewonnen und bereits Ende Januar hatten fast alle Einrichtungen Eintrittskarten im zweistelligen Bereich vergeben. Viel Werbung musste der Verein nicht machen – denn sehr schnell hatte sich das Angebot herumgesprochen. „Momentan ist es noch ein Selbstläufer. Aber natürlich müssen wir weiter daran arbeiten“, so Julia Schindler.

 

Kultur ist ein Grundbedürfnis

Hans Tränkle steht dem Verein mit seinen Erfahrungen zur Seite: „Kultur ist ein Grundbedürfnis des Menschen. Ich stehe für diese Sache und werde mich bemühen, entsprechende Kontakte zu knüpfen.“ Mit Rückenwind geht es also in die nächste Runde. Ziel des Vereins ist es, im Jahr 2010 ein möglichst buntes Programm an Kulturangeboten anzubieten, weitere Interessenten zu gewinnen und natürlich die dritte Säule zu festigen: weitere Geldgeber akquirieren. Denn momentan ist die finanzielle Basis eine zweckgebundene Spende einer engagierten Stuttgarterin. (JB)

Kultur für alle
Kultur soll kein Luxus sein: Dieses Ziel verfolgen Hans Tränkle und Julia Schindler.
06.03.2010
(Ausgabe März 2010)
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