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Nordamerika in Stuttgart
Von Indianern und iPods
Sängerin und Aktivistin Radmilla Cody eröffnete das Festival stimmgewaltig.
Einmalig: Das Nordamerika-Filmfestival „Indianer Inuit“ ist das erste und bislang einzige Filmfestival seiner Art in ganz Europa. Dass der Veranstaltung im TREFFPUNKT Rotebühlplatz mitten in der Stadt nicht nur deswegen ein derart großes Interesse zuteil wird, liegt dabei natürlich auch an der her-vorragenden Filmauswahl sowie dem Motto des Festivals.
Filmfestival 2012
Dieses setzt sich auch 2012 ebenso mit aktuellen politischen und menschenrechtlichen Fragen auseinander wie mit der Tradition. Und in Sachen Tradition hat Nordamerika natürlich eine ganze Menge zu erzählen – das wird auf dem noch bis zum morgigen Sonntag, den 22. Januar 2012, laufenden Festival einmal mehr deutlich.
„Forum des interkulturellen Dialogs“
Bereits zum vierten Mal lädt die bewährte Partnerschaft aus der Volkshochschule Stuttgart, dem Linden- Museum und dem Deutsch-Amerikanischen Zentrum zum Indianer und Inuit-Filmfestival und will sich seit2004 als „Forum des interkulturellen Dialogs“ verstanden wissen. Diese Botschaft kommt an: Anstatt einfach beliebige Filme aus dem indianischen Kultursegment aneinanderzureihen, steht immer auch eine Botschaft, eine Aussage oder ein Wunsch hinter den Streifen.
Völkerverständigung
Das Ziel ist klar umrissen: Völkerverständigung soll und muss im Vordergrund stehen. Der künstlerische Leiter Gunter Lange ergänzt: „Es bietet den Zuschauern neben der Filmkunst die Möglichkeit, die geladenen indigenen Filmschaffenden persönlich kennenzulernen und mit ihnen zu diskutieren. Filmvorstellungen für Schulklassen, Kulturprogramme und pädagogische Fortbildungen sind wichtige Bestandteile des Festivals.“
Indianer und Inuit als Regisseure, Schauspieler und Drehbuchautoren
Seit Donnerstag läuft die vierte Auflage des europaweit einzigen Events dieser Art. Bis zur „Closing Night“ am Sonntagabend um 18 Uhr werden im TREFFPUNKT Rotebühlplatz mehr als 50 Filmproduktionen über die Leinwand geflimmert sein, in denen Indianer und Inuit als Regisseure, Schauspieler und Drehbuchautoren ihre Kulturen und Lebenswirklichkeiten selbst vorstellen.
„Between Tradition and Multimedia Life“
Das diesjährige Motto „Between Tradition and Multimedia Life“ versteht sich dabei als Bindeglied zwischen den traditionellen Werten der indigenen Völker Nordamerikas und ihrem Zeitgeistbewusstsein. Friedenspfeife und iPod, Kriegsbeil und Starbucks... kann man diese Konzepte überhaupt verbinden? Und wenn ja: Wie gehen die Indianer und Inuits dieses Landes damit um? Fragen wie diese thematisieren viele der indigenen Filmemacher – in aktuellen, humorvollen, inhaltsstarken und faszinierenden Filmen, die einen sehr persönlichen und unverfälschten Einblick ins Leben dieser Völker erlauben.
Der Auftakt
Die ersten Höhepunkte des Festivals sind bereits über die Bühne gegangen – so etwa das Konzert der Sängerin und Menschenrechtlerin Radmilla Cody am vergangenen Mittwoch oder der spannende Eröffnungsfilm „HorseYou See“. Diesen sollte man sich als Pferdeliebhaber auch außerhalb des Festivals nicht entgehen lassen.
Weitere spannende Beiträg
Dennoch warten heute und morgen noch diverse spannende Beiträge und Produktionen auf wissbegierige und interessierte Zuschauer. So beispielsweise die Dokumentation „A Good Day To Die“ über Dennis Banks, den Gründer des „American Indian Movement“, heute um 20 Uhr. Ebenfalls sehr zu empfehlen ist die sonntägliche Musikfilm-Matinee, die ab 11 Uhr diverse Musikfilme und Filme über bedeutende indigene Musiker zeigt.
Das Finale
Seinen filmischen Abschluss findet das diesjährige Festival „Indianer Inuit“ am Sonntagabend um 18 Uhr mit „Skydancer“ von Katja Esson. Die Regisseurin wird an diesem Abend anwesend sein und von ihrer Doku über die furchtlosen Männer des Mohawk- Stammes erzählen, die unter der Woche in schwindelerregender Höhe die Stahlträger für die Wolkenkratzer zusammenbauen und am Wochenende zu ihren Familien fahren.
Ein großer Erfolg
Dass das Nordamerika-Filmfestival mittlerweile einen weltweit anerkannten Status hat und einen ausgezeichneten Ruf genießt, war bei seiner Konzeption 2004 nicht allen klar. „Viele lächelten, schüttelten den Kopf oder hielten sich den Zeigefinger an die Stirn, als sie von der Idee einer solchen Veranstaltung hörten“, erinnert sich Lange.
Ansteckungsgefahr
„Inzwischen hat das Festival Wellen geschlagen und wächst unaufhaltsam. Filminteressierte aus ganz Europa und Nordamerika kommen zu diesem Event, um sich mitreißen zu lassen von der Atmosphäre, von seinen Gesprächen, vom Austausch mit den indigenen Gästen aus Nordamerika.“ Und wer sich bis dahin noch nicht von der ganz besonderen Stimmung dieses Festivals anstecken ließ, hat noch bis morgen Abend Zeit, das zu tun. Es lohnt sich auf jeden Fall! (BS)
Weitere Informationen: www.nordamerika-filmfestival.com
21.01.2012
(Ausgabe 21. Januar 2012)










