Stuttgart-Info
Arbeitsamt Stuttgart - Geschäftsstellen und ÖffnungszeitenStuttgarter Ballett - Adressen und InformationenBürgerbüro Stuttgart - Geschäftsstellen und ÖffnungszeitenFreibad Stuttgart - Angebote der BäderanstaltenHallenbad Stuttgart - Öffnungszeiten, Eintrittspreise und AdressenKartenvorverkauf Stuttgart - VeranstaltungsticketsKino Stuttgart - Spielstätten auf einen Blick Museum Stuttgart - Adressen und ÖffnungszeitenTheater Stuttgart - ÜbersichtSehenswürdigkeiten Stuttgart - InformationenFerienjob und Nebenjob in StuttgartKindertheater in Stuttgart
Theater in Stuttgart
Von Jeans und anderen Skandalen
Zurück in die die goldenen Fünfziger? Bei "Blue Jeans" kein Problem.
Was waren sie unvergleichlich, die Fünfziger Jahre des 20. Jahrhunderts. Dieses Jahrzehnt, in dem es nach dem Krieg erstmals wieder aufwärts ging, in dem man wieder Hoffnung schöpfte, nach vorn blickte und endlich wieder Zeit für die schönen Dinge des Lebens fand. Und da gab es so manche schönen Dinge: Das Wunder von Bern ließ Deutschland 1954 international wieder in einem guten Licht erscheinen, die Currywurst trat ihren Siegeszug an, im Kino begeisterten Western-Klassiker wie „12 Uhr mittags“ oder „Manche mögen‘s heiß“. Und noch etwas Fundamentales findet ihren Ursprung in diesem Jahrzehnt: Die Blue Jeans. Mit dem gleichnamigen Musical feiert das Alte Schauspielhaus ab sofort diese ganz besonderen Jahre – und das auf eine angemessen heitere, losgelöste Art.
Ein bissiges, spritziges und ironisches Musical
Es ist nicht der erste musikalische Stoff, an dem sich das Schauspielhaus versucht. Bereits im letzten Jahr brachte man das Stück „BuntesRepublik“ auf die Bühne, das sich auf ebenso opulente wie nostalgische Weise den Sechzigern näherte. Seit dem 16. Dezember 2011 werden die Uhren im Alten Schauspielhaus noch weiter zurückgedreht – in Form einer vergnüglichen Revue, die anhand einer an sich stereotypen Geschichte ein ebenso authentisches wie drolliges Bild jener Zeit zeichnet, die bei allem Aufschwung auch von einem großen Konflikt geprägt war: „Angesiedelt ist das Stück rund um die Aufbruchsstimmung im Deutschland der 1950er-Jahre, als der Muff der Nachkriegszeit und eine rebellisch werdende Jugend aufeinanderprallten“, umreißen die Programmmacher das Stück. Zu erwarten ist demnach ein „bissiges, spritziges und ironisches“ Musical, das bewusst mit Klischees spielt und die Verschrobenheiten einer ganzen Generation – Eltern wie Nachwuchs – unterhaltsam herausstellt.
Eine rebellische Hose
„Irgendwo im Deutschland der Fünfziger Jahre“, heißt es bewusst schwammig in der offiziellen Pressemeldung, baldowern Kaufhausbesitzer Neumann und Baustadtrat Karsuntke einen gewieften Plan aus: Lisa Neumann und Frank Karsuntke sollen möglichst schnell heiraten, um einen verheißungsvollen Bund zu schließen. Dies jedoch nicht etwa für‘s Leben, sondern viel eher zwischen Kommerz und Politik. Dumm nur, dass sich Lisa eher für den jungen, wilden Automechaniker Tom und viel weniger für „Benimm-Regeln, Gummibaum und Nierentisch“, wie es heißt, interessiert. Stattdessen taucht sie ein in die ungewohnt freie und spaßbetonte Welt von Petticoat und Nagellack, von Liebe, Rock ‘n‘ Roll und knallengen Blue Jeans. Diese titelgebende Hose bildet dann im Verlauf des Stückes gleich den Stein des Anstoßens: „In den ‚rebellischen‘ Hosen wird Lisa von ihren Eltern ertappt und fortan steht es um den Familienfrieden im Hause Neumann mehr als schlecht“, so die Dramaturgen. Da ist es natürlich sehr fraglich, ob der geplante Italien- Urlaub wieder die altgewohnte Familienidylle zurückbringen und Lisa von ihren neumodischen Flausen befreien kann.
Zurück in die Fünfziger
Ganz klar – bei „Blue Jeans“ geht es temporeich, witzig und mit schmissiger musikalischer Unterhaltung zur Sache. Bei einer Inszenierung von Ulf Dietrich, der neben dem Vorjahreserfolg „Buntes- Republik“ auch „Willkommen im Paradies“ und „My Fair Lady“ inszenierte und auch jetzt für überaus angenehme Kurzweil sorgt. Bis zum 4. Februar 2012 kann man sich in die Zeitmaschine setzen und in die Fünfziger zurückreisen – und „Träume zwischen Tütenlampe und Motorrad, Cha-Cha-Cha und Rock ’n’ Roll, Petticoat und Blue Jeans“ erleben. (BS)
Weitere Informationen: www.schauspielbuehnen.de
17.12.2011
(Ausgabe 17. Dezember 2011)










