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Internationale Ostern

Internationale Ostern
Jedes Land feiert Ostern ein bisschen anders.
Internationale Ostern
Typisches Ostergebäck in Lammform.
Internationale Ostern
Die "Colomba Pasquale" wird in einer speziellen Kuchenform gebacken.

Woran denken Sie beim Stichwort Ostern? An Ostereier, Osterzopf und einen saftigen Osterbraten? Oder an Ausstecherle in Osterhasen-Form? Stimmt. Diese Leckereien gehören in Stuttgart einfach zum Fest dazu, ebenso wie für die Kleinen das obligatorische Ostereiersuchen im Garten.

Doch wie feiern andere Länder?

Doch was kommt bei unseren italienischen, griechischen, englischen und französischen Mitbürgern auf den Tisch? Wie feiern sie Ostern? GOOD NEWS-Redakteurin Christiane Oellig hat nachgeforscht – und die ein oder andere erstaunliche Entdeckung gemacht.

Italien
Frankreich
Griechenland
England


Italien

Ostern hat bei Italienern einen hohen Stellenwert. So wichtig wie das Fest selbst, so vielfältig die kulinarischen Spezialitäten: Vorzeigestück der neapolitanischen Konditorei ist die „Pastiera“, ein Kuchen, der mit Weizenkörnern, Ricotta, Ei, Zucker und Milch zubereitet wird. „Diese Pastiera ist ein wunderbares Ding“, schwärmt Loretta Petti, die in Stuttgart ein Feinkostgeschäft und ein Restaurant betreibt.

Toskanischer Dessertwein zu Ciambelle

Typisch für einige Gebiete im Norden Italiens ist eine Art Käsekuchen. In der Toskana isst man zum Nachtisch „Ciambelle“ – ein mürbes Gebäck mit einem Loch in der Mitte, das mit dem süßen toskanischen Dessertwein, dem „Vin Santo“ kombiniert wird.

Lamm und Taube in ganz Italien
Jede Region hat ihre eigenen Spezialitäten. Gerichte mit Lamm werden zu Ostern aber in ganz Italien verspeist. „Italiener essen am allerliebsten Milchlamm, das hat ein besonders zartes Fleisch“, erklärt Petti. Viele unterschiedliche Zubereitungsarten gebe es: gebraten, frittiert oder im Backofen gebacken. Der typische italienische Osterkuchen ist die „Colomba Pasquale“, ein Kuchen in Taubenform, der, ähnlich wie der weihnachtliche „Panettone“, aus einem luftigen Hefeteig besteht.

Überdimensionale Ostereier

Ostereier gehören auch zur italienischen Ostertradition. Nichts weiter Besonderes, mag man denken. Ist es doch. Denn die italienischen Schokoladeneier sind größer als die unseren – bis zu fußballgroß und größer, um genau zu sein. In Italien werden Sie zu Ostern an jeder Straßenecke verkauft, in Stuttgart sind sie schwierig zu finden. „Manch einer lässt sie sich aus der Heimat mitbringen“, meint Costantino Cerbo, der aus dem italienischen Salerno stammt. Ähnlich einem überdimensionalen Überraschungsei birgt das Innere des Eis ein kleines Geschenk.

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Frankreich

 

Apropos Schokolade: Auch in Frankreich gehört sie ins Osternest. „Die Kinder suchen wie hier Ostereier und Süßigkeiten, allerdings gibt es Schokofiguren in ganz unterschiedlichen Formen. Wir kennen nicht nur den Osterhasen, sondern auch Meeresfrüchte, Fische, Glocken und Hennen aus Schokolade“, erklärt Hélène Reiper vom Feinkostgeschäft Délices de France in Ludwigsburg.

Tradition aus der Heimat
Als Geschenk unter Freunden seien diese „Sujet de Pâques“ überaus beliebt. Das typische französische Ostergebäck ist „L’agneau de Pâques“, ein Brioche-Gebäck in Lammform aus Hefeteig. In Frankreich gibt es diesen Kuchen in allen Bäckereien zu kaufen. Seine Zubereitung ist zeitaufwendig, deswegen backen ihn Reiper und ihre Freunde nicht selbst, sondern genießen ihn dort wo er am besten schmeckt – in Frankreich.

Leckeres Festtagsessen mit Bohnen
Als Festessen kommt in vielen französischen Familien Lammkeule mit Bohnen auf den Tisch – „gespickt mit Knoblauch“, erklärt Reiper. Dazu gibt es weiße oder grüne Bohnen.

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Griechenland

„Christos anesti“ – „alithos anesti“ (dt. Christus ist auferstanden – er ist wahrhaft auferstanden). Mit diesem Anesti-Ruf begrüßen sich Griechen an den Ostertagen. Das griechische Osterfest ist ein Familienfest, das die Griechen mit vielen Ritualen – nicht nur kulinarischen – begehen.

Tradition Eierklopfen
Sehr beliebt ist bei Kindern in der Osternacht, gleich im Anschluss an den Gottesdienst, das Eierklopfen. Dabei werden rote hart gekochte Eier mit den Enden aufeinander geklopft. „Die Kinder sind mit einer unglaublichen Begeisterung dabei. Jeder, dessen Ei ganz bleibt, ist stolz wie ein Sieger. Auch bei uns zu Hause war dies am Ostersonntag ein wichtiges Ritual“, beschreibt Vassilike Eteridou, die seit vielen Jahren in Stuttgart wohnt. Die Ostereier sind immer rot bemalt als Symbol für das neue Leben, das durch das Opfer Christi geschenkt wurde.

Lamm auch in Griechenland
Nach dem Ostergottesdienst essen die Griechen die „Magiritsa“, eine Art Metzelsuppe aus Innereien vom Lamm. Sie ist traditionellerweise das erste Gericht nach dem langen Fasten. Am Ostersonntag kommt gegrilltes Lamm auf den Tisch. Es gibt unterschiedliche Rezepte. Lamm in Limonensoße und Blattspinat ist eines davon.

Mit der Familie im Garten
„Wer die Möglichkeit hat, bereitet ein ganzes Lamm am Spieß zu und feiert mit der Familie im Garten“, sagt Stamatios Paraskevas, der aus Volos in Griechenland stammt und mit einer Stuttgarterin verheiratet ist.

Eine Münze als Glücksbringer
Und dann wäre da noch das kronenförmige Osterbrot („Tsoureki“), in dessen süßen Hefeteig ganze rote Eier und ein Geldstück eingebacken werden. Bestreut ist es mit Sesam. Wer das Stück mit der Münze bekommt, wird viel Glück haben, so der Volksglaube.

Vier Tage feiern ohne Pause

Vassilike Eteridou bestätigt das, was zu vermuten war: „Das griechische Osterfest ist ein wahres Grill- und Schlemmerfest.“ Auch Wein, Musik und Tanz gehören dazu. Die ganze Familie kommt aus allen Landesteilen zusammen. „In Griechenland treffen sich alle Angehörigen in ihrem Heimatort und dort wird gemeinsam vier Tage lang nur gefeiert. Das artet dann in ein gemeinsames Fressgelage aus“, lacht sie.

Orthodoxe Ostern am 19. April

Übrigens: Die Griechen feiern orthodoxe Ostern. Im Unterschied zum katholischen und evangelischen Ostern wird das Datum für das orthodoxe Ostern nicht nach dem gregorianischen Kalender berechnet, sondern nach dem älteren julianischen Kalender. Die Karwoche des orthodoxen Ostern ist deswegen später. 2009 fällt das orthodoxe Ostern auf den 19. April.

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England

 

Zum Thema englische Osterspeisen fällt der Engländerin Mary Hughes, die nun schon 25 Jahre in Deutschland lebt und in einem Geschäft für englische Spezialitäten in Stuttgart arbeitet, auf Anhieb gar nichts ein. Einige Stunden später hat sie sich in ihrem Bekanntenkreis schlau gemacht und klärt auf: „Hot Cross Buns und Simnel Cake.“

In Erinnerung an die Kreuzigung Christi

Hot Cross Buns sind süße Rosinenbrötchen, in die ein Kreuz eingeritzt ist. Besonders lecker schmecken sie mit Butter und Marmelade zum Nachmittagstee. Auf der Insel gibt es die Brötchen bereits seit dem 18. Jahrhundert. Christlich interpretiert soll das Kreuz auf den Brötchen an die Kreuzigung Christi erinnern.

Die elf Jünger Jesu
Der „Simnel Cake“ ist ein leichter Fruchtkuchen, der mit einer Schicht aus Marzipan bedeckt wird. Die elf Marzipanbällchen, die im Kreis auf dem Kuchen angeordnet sind, symbolisieren die treuen Jünger Jesu. Judas wird weggelassen. Die Kugel in der Mitte einiger Torten-Variationen repräsentiert Jesus Christus.

Frohe Ostern!
Ebenfalls gern gegessen: Lammbraten mit Gemüse und Kartoffeln, wohlgemerkt mit einer Minzsoße. Läuft Ihnen bei all diesen Leckerbissen auch das Wasser im Mund zusammen? Na dann Buona Pasqua, Joyeuses Pâques und Happy Easter! (CO)

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Internationale Ostern
In England genießt man an Ostern Lammbraten mit Gemüse.
04.04.2009
(Ausgabe April 2009)


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