Schwäbische Eintöpfe

Wärmende Sattmacher

Wärmende Sattmacher
Gekochte Speisen bildeten über Jahrhunderte eine wesentliche Ernährungsgrundlage für die schwäbische Bevölkerung.

„Lasst uns nach Schwaben entfliehen! […] Hilf Himmel! Es findet sich süße Speise da und alles Gute in Fülle [...] und man bäckt im Lande das Brot mit Butter und Eiern“, schwärmte schon Johann Wolfgang von Goethe in „Reineke Fuchs“ von der schwäbischen Küche. Diese ist deftig und bodenständig, das ist bis heute so geblieben.
 
Sättigende Suppen
Neben Eierteigwaren in allen Variationen wie Maultaschen und Spätzle spielen gehaltvolle Suppen und Eintöpfe eine wichtige Rolle. Doch was genau ist ein Eintopf?
 
Als Eintopf werden sättigende Suppen oft bäuerlichen Ursprungs bezeichnet, die als vollständige Mahlzeit dienen. Typische Hauptzutaten sind Hülsenfrüchte wie Erbsen, Bohnen oder Linsen, Gemüse wie Kohl, Karotten oder Kartoffeln und auch Getreideprodukte wie Graupen, Brot oder Nudeln. Das Ganze in Wasser oder Brühe gegart.
 
Der Begriff entstand erst Anfang des 20. Jahrhunderts
Wenn auch der zusammenfassende Begriff „Eintopf“ erst seit Beginn des 20. Jahrhunderts überliefert ist, bildeten gemeinsam in einem Kessel gekochte Speisen über Jahrhunderte eine wesentliche Ernährungsgrundlage für die schwäbische Bevölkerung.
 
Suppen gehören zum Kernbestend schwäbischer Esskultur
Früher regional als „Durcheinander“ bezeichnet, da es noch keinen zusammenfassenden Ausdruck gab, gehören gehaltvolle Suppen und Eintöpfe zum Kernbestand schwäbischer Esskultur. Ihre Vorliebe für Suppen hat den Schwaben schließlich den Namen „Subbaschwob“ eingebracht.
 
Zu den bekanntesten Eintöpfen im Ländle gehören Linseneintopf, Gaisburger Marsch und Krauttopf. Lassen Sie sich’s schmecken! (CO)
 
 
Linseneintopf Gaisburger Marsch Krauttopf
Der Klassiker schlechthin unter den schwäbischen Eintöpfen. Linsen galten ursprünglich als Speise der Armen. Dies mag daher rühren, dass sie preiswert sind. An Geschmack sind sie jedoch kaum von anderen Hülsenfrüchten zu übertreffen, schwärmt das Buch „Kulinarische Streifzüge durch Schwaben“.
 
Rezept
400 g Linsen
mehrere kleine Zwiebeln
200 g magerer geräucherter
Bauchspeck
40 g Schweineschmalz
40 g Mehl
Salz, Fleischbrühe
Essig
2 Paar Saitenwürstle
 
Die Linsen waschen und über Nacht in kaltem Wasser einweichen. Danach mit angebratenen Zwiebeln und Bauchspeck in heißes ungesalzenes Wasser geben und weichkochen. Aus Mehl und Schmalz eine dunkle Mehlschwitze zubereiten. Geben Sie diese zu den fertigen Linsen hinzu und schmecken Sie sie mit Salz, Fleischbrühe und Essig ab. Den Bauchspeck in Scheibenschneiden und zu den Linsen servieren. Dazu passen Saitenwürstle und (selbstgemachte) Spätzle. Nach Wunsch können Sie das Gericht um Karotten und Lauch ergänzen. Lecker, lecker, Linseneintopf!
 
Die Entstehungsgeschichte dieses Eintopfs ist so sagenumwoben, dass dem Gaisburger Marsch bereits eine Ausstellung im Stuttgarter Osten gewidmet worden ist.
 
Weniger sagenumwoben als vielmehr eine Tatsache ist der vorzügliche Geschmack des Stuttgarter Traditionsgerichts.

Rezept
1 kg Rindfleisch
750 g Suppenknochen
1 Stange Lauch
1 große Karotte
ein kleines Stück Sellerie
3 Zwiebeln
2 Gewürznelken
1 Lorbeerblatt
500 g Kartoffeln
400 g Spätzle
2 EL Butter
Muskat
Petersilie

Gemüse schneiden. Eine Zwiebel schälen, halbieren und mit Nelken spicken. Fleisch, Knochen, Gemüse, Zwiebeln und Lorbeerblatt in kochendes Salzwasser geben und 90 Minuten kochen lassen. Kartoffeln schälen und in längliche Streifen schneiden. Fleisch aus der Brühe nehmen. Kartoffeln in der Brühe gar kochen. Spätzle kochen, auf einem Sieb abtropfen lassen. Fleisch würfeln, mit Spätzle zu den Kartoffeln in die Brühe geben, mit Muskat abschmecken. Zweite Zwiebel in Ringe schneiden und in der Butter goldgelb braten. Das Gericht mit den angebratenen Zwiebeln und gehackter Petersilie servieren.
  
 
Kraut gibt es in der schwäbischen Küche in verschiedenen Varianten. Kein Wunder, schließlich befi ndet sich auf den Fildern südlich von Stuttgart eines der bekanntesten Anbaugebiete für Spitzkraut. Filderkraut ist eine festere Variante des Spitzkohls. Die kräftigeren Blätter werden vor allem zu Sauerkraut verarbeitet. Zu Ehren des Spitzkrauts feiert Leinfelden-Echterdingen alljährlich am dritten Oktoberwochenende das Krautfest – Deutschlands größte Krauthocketse.

Rezept
1,5 kg Weißkraut
500 g Kartoffeln
1 große Zwiebel
150 g Karotten
150 g Bauchspeck
Pfeffer und Salz
Fett und Wasser

Den Kohlkopf vierteln, den Strunk herausschneiden und grob würfeln. Im kochenden Wasser ein paar Minuten blanchieren und das Wasser abschütten. Die Kartoffeln, die Karotten und die Zwiebel in Scheiben schneiden. Den gewürfelten Bauchspeck anbraten, das Gemüse und den Kohl hinzufügen, mit Salz und Pfeffer würzen und etwa eine Stunde köcheln lassen. Mit dem schmackhaften Krauttopf finden Sie bestimmt sogar Gefallen an der kalten Jahreszeit. Übrigens: Auch mit Wirsing lässt sich dieses Wintergericht zubereiten.
 

31.10.2009
(Ausgabe November 2009)
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Juliane am 05.11.2009 um 17:06

Hallo Good News-Team,

danke für die tollen Suppen-Rezepte! Ich hab gleich mal eins ausprobiert: den Krauttopf. Und es war super lecker!
Den Speck habe ich durch Hackfleisch ersetzt, sonst habe ich mich aber brav an das Rezept gehalten.

Mein Fazit: Genau das Richtige für einen kalten Winterabend!



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