Physiotherapiepraxis für vierbeinige Patienten

Aqua-Jogging für den Hund

Aqua-Jogging für den Hund
Aquatherapie für den Hund: ein Patient auf dem Laufband im Wasserbad. (Bild: Kirsten Häusler)

Die Diagnose fällt oft nicht leicht. Ein Hund kann schließlich nicht sagen, wo's ihn drückt. Arthrose? Rückenbeschwerden? Oder doch eher Symptome, deren Ursachen psychosomatisch sind? Man muss Hund und Herrchen genau beobachten - und dann die richtige Therapie anwenden. Genau das macht die Stuttgarter Hundephysiotherapeutin Kirsten Häusler.
 
Verschiedene Therapien für Hunde  
Mit ausgefeilten Methoden aus der Physiologie therapiert Kirsten Häusler in ihrer Praxis „Verhalten in Bewegung“ Hunde mit Beweglichkeitsproblemen. Die studierte Agrarbiologin und Hundeliebhaberin, die außerdem über die University of Tennessee eine Ausbildung zum „Canine Rehabilitation Practitioner“ absolviert hat, kam während eines USA-Aufenthaltes mit dem Thema Tierphysiologie in Kontakt. Mittlerweile bietet sie in ihrer Praxis im Stuttgarter Süden Aquatherapie, Reizstrombehandlungen, Ultraschallbehandlungen und auch Verhaltenstherapie für Hunde an.
 
Behandlungsmethoden 
Bedarf besteht dabei durchaus. Gerade Arthrosetherapien sind gefragt, denn durch ihren Körperbau sind Hunde dafür anfällig. Auf dem Laufband im warmen Wasserbad können die vierbeinigen Patienten gelenkschonend ihre Muskulatur trainieren, bei Nervenbeschwerden, zum Beispiel durch Bandscheibenvorfälle, wird die Leitfähigkeit der Nerven mit speziellen Elektroden getestet und die Muskeln werden mit schwachen Strömen animiert. Sind Sehnen und Muskeln, zum Beispiel nach einer Operation, verkürzt, werden sie mit einer wärmenden Ultraschallbehandlung gelockert, natürlich immer in Abstimmung mit dem behandelnden Tierarzt.
 
Die seelischen Leiden behandeln
Zwar steht der eine oder andere Patient den Heilmethoden und Therapiegeräten zuerst einmal argwöhnisch gegenüber, doch mit gesunden Leckerchen und viel Einfühlungsvermögen konnte die Hundephysiologin bis jetzt noch jeden Vierbeiner für die heilsamen Anwendungen gewinnen. Doch nicht nur der Körper kann Hunden zu schaffen machen. Häufig hat Kirstin Häusler auch Patienten mit seelischen Leiden in ihrer Praxis, die psychologisch therapiert werden. Hunde aus dem Tierheim leiden zum Beispiel oft unter Trennungs- und Verlustängsten, andere Vierbeiner folgen nicht oder sind überdreht.
 
Therapie für Hund und Herrchen 
Mit den Rambo-Methoden der Tiernannys aus dem Fernsehen hat das allerdings wenig zu tun. Zuallererst wird ein äußerst ausführlicher Fragebogen ausgefüllt, der Häusler einen Eindruck von der Gesamtsituation verschaffen soll. Es muss zum Beispiel zwischen antrainiertem und instinktivem Verhalten unterschieden werden, denn viele Hunderassen haben bestimmte Verhaltensweisen quasi „eingebaut“ und können nicht so schnell über ihren Schatten springen. Oft sind es auch die Herrchen, die nicht so recht im Stande sind, das Verhalten ihres Hundes zu deuten. So wird also nicht nur der Vierbeiner therapiert, sondern auch sein Besitzer.
 
Untersuchen des Tierhalter-Verhaltens 
„Ein Hund“, resümiert die Tiertherapeutin, „braucht feste Regeln“. Viele Besitzer sind sich ihrer Rolle als Rudelanführer nicht bewusst und kennen den Charakter ihrer Haustiere nicht genau. Deshalb kommunizieren sie am Ende missverständlich mit ihren Hunden. Um das den Besitzern bewusst zu machen, nimmt Kristin Häusler die Therapiesitzungen oftmals auch auf Video auf, um den Haltern eine „Außenansicht“ ihres eigenen Verhaltens geben zu können.
 
Positive Rückmeldung 
Den Hundehaltern gefällt das Therapieangebot jedenfalls, denn, so Häusler, „für viele ist ihr Hund wie ein Familienmitglied und sie wollen einfach die bestmögliche medizinische Versorgung haben.“ (FF)
 

12.03.2008
(Ausgabe Januar 2008)
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