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Körperwelten in Ludwigsburg
Die Innenseite des Daseins
„Die Pokerrunde“ aus dem Jahr 2006 war sogar schon in dem James Bond-Film „Casino Royal“ zu sehen.
Wohl kaum eine andere Ausstellung hat in den letzten 17 Jahren für mehr Wirbel und Aufsehen gesorgt als Gunther von Hagens’ „Körperwelten“. Seit 1995 faszinieren die stetig um die Welt wandernden Ausstellungen die Öffentlichkeit mit ihren echten anatomischen Präparaten. Über 34 Millionen Besucher staunten bereits über die Anatomie- Schau echter menschlicher Körper.
Ludwigsburg überzeugt
Ab dem 29. Juni bis zum 20. September 2012 gastiert die aktuelle Ausstellung „Körperwelten – eine Herzenssache“ in Ludwigsburg als einzige Ausstellung in Deutschland in diesem Jahr. „Ich gebe zu“, räumt Angelina Whalley, Kuratorin und Ehefrau von Gunther von Hagens, ein, „dass im Raum Baden-Württemberg Ludwigsburg nicht unsere erste Wahl war. Aber die Veranstalter und die Location haben uns einfach überzeugt.“ Bei den Veranstaltern handelt es sich um das Ludwigsburger Unternehmen Eventstifter GmbH, das über den enormen Kartenvorverkauf staunt.
Schon jetzt ein voller Erfolg
„Es wurden über 25.000 Karten vor Beginn der Ausstellung verkauft“, erklären die Geschäftsführer Helmut Klass und Michael Scholz. „Das ist ungewöhnlich hoch für Deutschland.“ Auch die Geschäftsleitung der Arena Ludwigsburg Petra Roser ist von dem Erfolg der Ausstellung überzeugt. „Wir wollen Ludwigsburg weiterbringen und die Arena füllen. Die Zeit ist reif für die ‚Körperwelten‘ in unserer Stadt!“
Das Herz im Mittelpunkt
Schwerpunktthema von „Körperwelten – Eine Herzenssache“ ist das menschliche Herz in seinem Gefäßsystem und in all seinen Facetten. Die Ausstellung zeigt 200 echte menschliche Präparate, darunter 20 Ganzkörperplastinate sowie einzelne Organe. Auch zusätzliche Organkonfigurationen und transparente Körperscheiben gewähren den Besuchern Einblicke in die Anatomie und Physiologie des menschlichen Körpers. „Das Thema ‚Herz‘ zieht sich wie ein roter Faden durch diese Ausstellung“, erklärt Whalley. „Die Besucher können Organe und Systeme des gesamten Körpers bestaunen. Der Fokus liegt jedoch klar auf dem weit verzweigten Gefäßsystem des Herzens mit all seinen Arterien, Venen und Kapillaren.“
Erstaunliche Ausstellung
Die Ausstellung bietet allerlei faszinierende Blicke auf die Innenseite des Daseins. So ist beispielsweise das aus dem Jahr 2002 sehr bekannte Präparat „Basketballspieler“ zu sehen, genauso wie die berühmte „Pokerrunde“ von 2006, die schon in dem James Bond Film „Casino Royal“ einen Gastauftritt hatte. Auch der „Sitzende total expandierte Körper“ von 2006, dessen separierte Organe und Körperteile in alle Richtungen auseinander gezogen sind, lassen die Besucher stocken und staunen.
Zeichen des Lebens
Neben den polarisierenden Ganzkörperplastinaten und der Darstellung der Anatomie eines gesunden Menschen und Herzens stehen auch mögliche Krankheiten und ihre Folgen für den menschlichen Köper im Vordergrund. Filminstallationen und Informationstafeln erklären Organfunktionen und stellen gesunde und erkrankte Organe einander gegenüber. Auch der Einfluss von Nahrungsmitteln auf die Funktion des Herzens wird begreifbar. So vergleicht zum Beispiel eine Bilderreihe die Essgewohnheiten rund um den Globus.
Das Symbol: Herz
Übergewicht mit all seinen Folgen, Zuckerkrankheiten und Gelenkbeschwerden sowie das Thema Kunstherz und Organspende sind hier beleuchtet. Ebenso allgemeine Fragen, zum Beispiel warum das Herz und das Blut so wichtig sind, erläutert „Körperwelten“ einfach und nachvollziehbar. Als kleines Extra ist ferner, ganz unabhängig von der Medizin, die Symbolfunktion des Herzens in Religion, Kunst, Literatur und Popkultur in die Ausstellung eingeflochten.
Eine Herzensangelegenheit
Für Angelina Whalley ist die Ausstellung „Körperwelten – eine Herzenssache“ mit all ihren Facetten selbst eine Herzenssache. „Das Herz-Kreislauf-System beeinflusst den gesamten Körper beständig. Wenn es erkrankt, hat das auch elementare Auswirkungen auf andere Organe und den Rest des Körpers. Krankheiten des Blut-Kreislaufsystems sind heute die häufigste Todesursache. Diese Zusammenhänge sind vielen Menschen gar nicht wirklich bewusst“, sagt sie. Die Ausstellung ermöglicht den Besuchern, sich diese einzelnen Aspekte während eines gesamten Rundgangs zu erarbeiten, zu erlesen und zu erlernen.
Aufklärung im Fokus
Besonders wichtig sei den Veranstaltern und dem Team rund um die „Körperwelten“ die gesundheitliche Aufklärung und nicht, wie oft von Kritikern behauptet, die Sensationslust. „Man schaut in einen fremden Körper und wird mit dem eigenen konfrontiert“, führt Whalley aus. „Die Menschen gewinnen nach einem Besuch zum Teil ein völlig neues Selbstbildnis, praktisch wie eine Selbstbetrachtung ohne Spiegel.“
Das menschliche Dasein
Die Ausstellung soll das breite Publikum erreichen und über das Innere sowie die Funktionen des menschlichen Körpers informieren, die Auswirkungen von Krankheiten und Störungen auf die Gesundheit und die eigene Lebensweise aufzeigen. Auch der Philosoph und langjähriger Begleiter der Ausstellung Franz Josef Wetz unterstreicht diese Intention der „Körperwelten“: „Wir zeigen die Größe und das Elend des menschlichen Daseins. Damit betreiben wir anatomische Wissensvermittlung und Aufklärung für den Laien.“
Eine Hilfe für das Selbstverständnis
Angelina Whalley will mit der Ausstellung jedoch nicht allein aufklären, sondern auch etwas erreichen. „Oft höre ich von Besuchern, dass sie ihren Körper nach der Ausstellung ganz anders sehen und nicht mehr so selbstverständlich wie zuvor“, sagt sie. „Viele fühlen sich sogar angeregt, gesünder zu leben. Und genau das, als Ärztin von ganzem Herzen, ist mir eine Herzenssache: diese Erkenntnisse anderen Menschen mit Hilfe der ‚Körperwelten‘ zu ermöglichen.“
Dauerhaft Haltbar
Die Erfolgsgeschichte der „Körperwelten“ beginnt bereits in den 1970er Jahren, als Gunther von Hagens während seiner Tätigkeit als Anatom in Heidelberg eine Plastination entwickelt, die es möglich macht, den toten Körper geruchlos und dauerhaft haltbar zu machen. Hierbei werden einem Präparat sämtliche Körperflüssigkeiten und löslichen Fette entzogen. Im nächsten Schritt erfolgt die vakuum-forcierte Imprägnierung, bei der die Körperflüssigkeiten durch reaktive Harze und Elastomere ersetzt werden. Anschließend werden sie mit Licht, Wärme oder bestimmten Gasen ausgehärtet. So entstehen feste, geruchlose und dauerhaft haltbare Präparate, die allesamt von freiwilligen Spendern stammen.
13.000 Spender
„Die Zahl freiwilliger Spender ist mittlerweile so groß“, erläutert die Direktorin des Instituts für Plastination in Heidelberg Angelina Whalley, „dass wir sogar eine Art Aufnahmestopp verhängt haben. Die 13.000 Spender, die wir inzwischen verzeichnen können, sind momentan absolut ausreichend.“
Körperwelten der Tiere
Nach der Entwicklung von Gunther von Hagens’ Plastinationsmethode dauerte es noch einige Jahre bis zur ersten Ausstellung. 1995 war es so weit: Die ersten „Körperwelten“ fanden in Japan statt. Seitdem waren sie in mehr als 70 Ländern in Europa, Asien und Amerika zu sehen. Zurzeit gibt es sieben verschiedene Wanderausstellungen auf der ganzen Welt, die alle einen anderen Fokus haben. „Im Naturhistorischen Museum in London gastieren die ‚Körperwelten der Tiere‘, die sich nur mit dem Innenleben der Tiere beschäftigen“, berichtet die in Hannover geborene Ärztin.
Unterschiedliche Themen
„Die anderen sechs Ausstellungen thematisieren den menschlichen Körper. Eine heißt ‚Zukunft des Lebens‘ und setzt sich mit dem Alter auseinander, eine andere befasst sich primär mit dem menschlichen Gehirn und in einer weiteren, der ‚Körperwelten Vital‘ geht es um Gesundheitsaspekte und wie man sich fit hält.“
Kritik an Dr. Tod
In den Medien wurden die Ausstellungen oft von Kontroversen begleitet, die BILD-Zeitung nennt Gunther von Hagens immer noch kontinuierlich „Dr. Tod“. Doch trotz Kritik strömen die Menschen in Scharen in die Ausstellungen. „Die meiste Kritik kommt von Menschen, die die Ausstellung gar nicht gesehen haben und auch nicht sehen wollten. Viele waren von vorneherein der Meinung, die Ausstellung sei effekthascherisch und dem Menschen gegenüber unwürdig“, macht Angelina Whalley deutlich.
Man muss es gesehen haben
„Die Besucher, die die Ausstellung dann aber tatsächlich besuchen, erleben etwas ganz anderes. Die meisten sind begeistert und überrascht. Sie erfahren etwas über ihren eigenen Körper, über Krankheiten, von denen sie vielleicht selbst oder Familienangehörige betroffen sind. Die Kritik fußt demnach meist auf Unkenntnis und hat sich deutlich zurückentwickelt.“ Franz Josef Wetz unterstreicht ebenfalls: „Der Skandal ist reduziert, der Sensationswert allerdings ist geblieben.“
Der Achtungsanspruch wird gewahrt
Vergangene Kritik der Medien und Vorwürfe, die Würde des Menschen würde nicht gewahrt und die Totenruhe gestört werden, weist das „Körperwelten“- Team klar zurück. „Der Achtungsanspruch wird ausdrücklich gewahrt“, verspricht Wetz. „Ob Groß oder Klein und ganz unabhängig von Konventionen und moralischen Vorstellungen ist die Ausstellung für jeden geeignet“, und fügt noch hinzu: „Der Christ findet hier seinen Gott, genauso wie der Naturalist die Evolution.“ (VAN)
Ludwigsburg überzeugt
Ab dem 29. Juni bis zum 20. September 2012 gastiert die aktuelle Ausstellung „Körperwelten – eine Herzenssache“ in Ludwigsburg als einzige Ausstellung in Deutschland in diesem Jahr. „Ich gebe zu“, räumt Angelina Whalley, Kuratorin und Ehefrau von Gunther von Hagens, ein, „dass im Raum Baden-Württemberg Ludwigsburg nicht unsere erste Wahl war. Aber die Veranstalter und die Location haben uns einfach überzeugt.“ Bei den Veranstaltern handelt es sich um das Ludwigsburger Unternehmen Eventstifter GmbH, das über den enormen Kartenvorverkauf staunt.
Schon jetzt ein voller Erfolg
„Es wurden über 25.000 Karten vor Beginn der Ausstellung verkauft“, erklären die Geschäftsführer Helmut Klass und Michael Scholz. „Das ist ungewöhnlich hoch für Deutschland.“ Auch die Geschäftsleitung der Arena Ludwigsburg Petra Roser ist von dem Erfolg der Ausstellung überzeugt. „Wir wollen Ludwigsburg weiterbringen und die Arena füllen. Die Zeit ist reif für die ‚Körperwelten‘ in unserer Stadt!“
Das Herz im Mittelpunkt
Schwerpunktthema von „Körperwelten – Eine Herzenssache“ ist das menschliche Herz in seinem Gefäßsystem und in all seinen Facetten. Die Ausstellung zeigt 200 echte menschliche Präparate, darunter 20 Ganzkörperplastinate sowie einzelne Organe. Auch zusätzliche Organkonfigurationen und transparente Körperscheiben gewähren den Besuchern Einblicke in die Anatomie und Physiologie des menschlichen Körpers. „Das Thema ‚Herz‘ zieht sich wie ein roter Faden durch diese Ausstellung“, erklärt Whalley. „Die Besucher können Organe und Systeme des gesamten Körpers bestaunen. Der Fokus liegt jedoch klar auf dem weit verzweigten Gefäßsystem des Herzens mit all seinen Arterien, Venen und Kapillaren.“
Erstaunliche Ausstellung
Die Ausstellung bietet allerlei faszinierende Blicke auf die Innenseite des Daseins. So ist beispielsweise das aus dem Jahr 2002 sehr bekannte Präparat „Basketballspieler“ zu sehen, genauso wie die berühmte „Pokerrunde“ von 2006, die schon in dem James Bond Film „Casino Royal“ einen Gastauftritt hatte. Auch der „Sitzende total expandierte Körper“ von 2006, dessen separierte Organe und Körperteile in alle Richtungen auseinander gezogen sind, lassen die Besucher stocken und staunen.
Zeichen des Lebens
Neben den polarisierenden Ganzkörperplastinaten und der Darstellung der Anatomie eines gesunden Menschen und Herzens stehen auch mögliche Krankheiten und ihre Folgen für den menschlichen Köper im Vordergrund. Filminstallationen und Informationstafeln erklären Organfunktionen und stellen gesunde und erkrankte Organe einander gegenüber. Auch der Einfluss von Nahrungsmitteln auf die Funktion des Herzens wird begreifbar. So vergleicht zum Beispiel eine Bilderreihe die Essgewohnheiten rund um den Globus.
Das Symbol: Herz
Übergewicht mit all seinen Folgen, Zuckerkrankheiten und Gelenkbeschwerden sowie das Thema Kunstherz und Organspende sind hier beleuchtet. Ebenso allgemeine Fragen, zum Beispiel warum das Herz und das Blut so wichtig sind, erläutert „Körperwelten“ einfach und nachvollziehbar. Als kleines Extra ist ferner, ganz unabhängig von der Medizin, die Symbolfunktion des Herzens in Religion, Kunst, Literatur und Popkultur in die Ausstellung eingeflochten.
Eine Herzensangelegenheit
Für Angelina Whalley ist die Ausstellung „Körperwelten – eine Herzenssache“ mit all ihren Facetten selbst eine Herzenssache. „Das Herz-Kreislauf-System beeinflusst den gesamten Körper beständig. Wenn es erkrankt, hat das auch elementare Auswirkungen auf andere Organe und den Rest des Körpers. Krankheiten des Blut-Kreislaufsystems sind heute die häufigste Todesursache. Diese Zusammenhänge sind vielen Menschen gar nicht wirklich bewusst“, sagt sie. Die Ausstellung ermöglicht den Besuchern, sich diese einzelnen Aspekte während eines gesamten Rundgangs zu erarbeiten, zu erlesen und zu erlernen.
Aufklärung im Fokus
Besonders wichtig sei den Veranstaltern und dem Team rund um die „Körperwelten“ die gesundheitliche Aufklärung und nicht, wie oft von Kritikern behauptet, die Sensationslust. „Man schaut in einen fremden Körper und wird mit dem eigenen konfrontiert“, führt Whalley aus. „Die Menschen gewinnen nach einem Besuch zum Teil ein völlig neues Selbstbildnis, praktisch wie eine Selbstbetrachtung ohne Spiegel.“
Das menschliche Dasein
Die Ausstellung soll das breite Publikum erreichen und über das Innere sowie die Funktionen des menschlichen Körpers informieren, die Auswirkungen von Krankheiten und Störungen auf die Gesundheit und die eigene Lebensweise aufzeigen. Auch der Philosoph und langjähriger Begleiter der Ausstellung Franz Josef Wetz unterstreicht diese Intention der „Körperwelten“: „Wir zeigen die Größe und das Elend des menschlichen Daseins. Damit betreiben wir anatomische Wissensvermittlung und Aufklärung für den Laien.“
Eine Hilfe für das Selbstverständnis
Angelina Whalley will mit der Ausstellung jedoch nicht allein aufklären, sondern auch etwas erreichen. „Oft höre ich von Besuchern, dass sie ihren Körper nach der Ausstellung ganz anders sehen und nicht mehr so selbstverständlich wie zuvor“, sagt sie. „Viele fühlen sich sogar angeregt, gesünder zu leben. Und genau das, als Ärztin von ganzem Herzen, ist mir eine Herzenssache: diese Erkenntnisse anderen Menschen mit Hilfe der ‚Körperwelten‘ zu ermöglichen.“
Dauerhaft Haltbar
Die Erfolgsgeschichte der „Körperwelten“ beginnt bereits in den 1970er Jahren, als Gunther von Hagens während seiner Tätigkeit als Anatom in Heidelberg eine Plastination entwickelt, die es möglich macht, den toten Körper geruchlos und dauerhaft haltbar zu machen. Hierbei werden einem Präparat sämtliche Körperflüssigkeiten und löslichen Fette entzogen. Im nächsten Schritt erfolgt die vakuum-forcierte Imprägnierung, bei der die Körperflüssigkeiten durch reaktive Harze und Elastomere ersetzt werden. Anschließend werden sie mit Licht, Wärme oder bestimmten Gasen ausgehärtet. So entstehen feste, geruchlose und dauerhaft haltbare Präparate, die allesamt von freiwilligen Spendern stammen.
13.000 Spender
„Die Zahl freiwilliger Spender ist mittlerweile so groß“, erläutert die Direktorin des Instituts für Plastination in Heidelberg Angelina Whalley, „dass wir sogar eine Art Aufnahmestopp verhängt haben. Die 13.000 Spender, die wir inzwischen verzeichnen können, sind momentan absolut ausreichend.“
Körperwelten der Tiere
Nach der Entwicklung von Gunther von Hagens’ Plastinationsmethode dauerte es noch einige Jahre bis zur ersten Ausstellung. 1995 war es so weit: Die ersten „Körperwelten“ fanden in Japan statt. Seitdem waren sie in mehr als 70 Ländern in Europa, Asien und Amerika zu sehen. Zurzeit gibt es sieben verschiedene Wanderausstellungen auf der ganzen Welt, die alle einen anderen Fokus haben. „Im Naturhistorischen Museum in London gastieren die ‚Körperwelten der Tiere‘, die sich nur mit dem Innenleben der Tiere beschäftigen“, berichtet die in Hannover geborene Ärztin.
Unterschiedliche Themen
„Die anderen sechs Ausstellungen thematisieren den menschlichen Körper. Eine heißt ‚Zukunft des Lebens‘ und setzt sich mit dem Alter auseinander, eine andere befasst sich primär mit dem menschlichen Gehirn und in einer weiteren, der ‚Körperwelten Vital‘ geht es um Gesundheitsaspekte und wie man sich fit hält.“
Kritik an Dr. Tod
In den Medien wurden die Ausstellungen oft von Kontroversen begleitet, die BILD-Zeitung nennt Gunther von Hagens immer noch kontinuierlich „Dr. Tod“. Doch trotz Kritik strömen die Menschen in Scharen in die Ausstellungen. „Die meiste Kritik kommt von Menschen, die die Ausstellung gar nicht gesehen haben und auch nicht sehen wollten. Viele waren von vorneherein der Meinung, die Ausstellung sei effekthascherisch und dem Menschen gegenüber unwürdig“, macht Angelina Whalley deutlich.
Man muss es gesehen haben
„Die Besucher, die die Ausstellung dann aber tatsächlich besuchen, erleben etwas ganz anderes. Die meisten sind begeistert und überrascht. Sie erfahren etwas über ihren eigenen Körper, über Krankheiten, von denen sie vielleicht selbst oder Familienangehörige betroffen sind. Die Kritik fußt demnach meist auf Unkenntnis und hat sich deutlich zurückentwickelt.“ Franz Josef Wetz unterstreicht ebenfalls: „Der Skandal ist reduziert, der Sensationswert allerdings ist geblieben.“
Der Achtungsanspruch wird gewahrt
Vergangene Kritik der Medien und Vorwürfe, die Würde des Menschen würde nicht gewahrt und die Totenruhe gestört werden, weist das „Körperwelten“- Team klar zurück. „Der Achtungsanspruch wird ausdrücklich gewahrt“, verspricht Wetz. „Ob Groß oder Klein und ganz unabhängig von Konventionen und moralischen Vorstellungen ist die Ausstellung für jeden geeignet“, und fügt noch hinzu: „Der Christ findet hier seinen Gott, genauso wie der Naturalist die Evolution.“ (VAN)
07.07.2012
(Ausgabe 07. Juli 2012)










