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Süßes aus Stuttgart
Stuttgarts Schokoladenseite
In der Confiserie Selbach haben Naschkatzen und „Schokoholics“ die Qual der Wahl.
Den Grundstein der Stuttgarter Schokoladenindustrie legte die Fabrik Moser- Roth in der Räpplenstrasse. Vor 170 Jahren gegründet, war sie das größte Unternehmen in der Branche und beschäftigte um 1910 bis zu 550 Mitarbeiter. 1942 wurde die Firma Moser- Roth jedoch von der Reichsregierung aus politischen Gründen geschlossen und nur ein Jahr später brannte die Fabrik nach einem Luftangriff vollständig ab. Die Marke Moser-Roth wurde daraufhin von verschiedenen Firmen auf und weiterverkauft, zuletzt an Storck, die die Schokolade mit Stuttgarter Ursprung dann für den Discounter Aldi wieder in den Handel brachte.
Katzenzungen und Eszet-Schnitten
Auch die Namen Staengel und Ziller und Waldbauer stammen aus dem Stuttgarter Kessel. Das Unternehmen Waldbauer, das 1848 in der Stuttgarter Innenstadt am Feuersee gegründet wurde, ist für die berühmten Katzenzungen verantwortlich, die sie in bunten Dosen und Schachteln verkauften. Die Firma Staengel und Ziller ist vor allem durch ihre Eszet-Schnitten bekannt geworden: Katzenzungen und Eszet- Schnitten sind somit durch und durch schwäbische Erfindungen.
„German-Broetchen Eszet“
Seit 1975 und 1976 gehören die Eszet- Schnitten und die Waldbauer Katzenzungen zum Kölner Stollwerk-Konzern und werden unter der Marke Sarotti vertrieben. Sie sind heute alles, was von den beiden einst berühmten Stuttgarter Schokoladenfabriken übrig geblieben ist. Einen Kultfaktor besitzen sie aber bis heute, vor allem die Eszet-Schnitten in den USA. Auf zahlreichen Internetseiten und Blogs berichten Besucher aus dem Ausland, dass, abgesehen von „German Glühwein und Currywurst“, auch die „German-Broetchen Eszet“ einen mehr als positiven Eindruck hinterlassen hätten.
Quadratisch, Praktisch, Gut
Selbst die Firma Ritter Sport, die seit 1930 in Waldenbuch produziert, hatte ihre Anfänge in Stuttgart, genauer gesagt 1912 in einem Hinterhof der Sodenerstraßein Bad Cannstatt. Die Idee des Unternehmens war es, eine Schokoladentafel zu produzieren, die ohne Probleme in eine Sportjackentasche passen sollte. Die „Quadratisch, Praktisch, Gut“-Schoki wurde dann zuerst „Sport Schokolade“, später schließlich „Ritter Sport Schokolade“ getauft.
Schokolade vernaschen
In der entzückenden Selbach Confiserie ist wirklich jedes Stück Schoki (s)eine Sünde wert. Die frappante Pralinen- und Trüffelauswahl aus der ganzen Welt in der Thekenauslage bietet Sorten wie Holunderblüten mit Rieslingtrüffel und Caramel mit Salz. Aus eigener Herstellung stammen viele Sorten Tafelschokolade und das selbstgemachte Marzipanbrot. Neben extrem hochwertigen Schokoladenmarken wie Bonnat und Valrhona, die auch in der Sterneküche verwendet werden, findet man auch noch besondere schwäbische Schmankerl wie süße Maultaschen und Stuttgarter Nougatpralinen, die so genannten Stuagerder Roßbolla.
Pralinenworkshop im Bittersüß
Der kleine Laden Bittersüß ist eine Mischung aus Confiserie, Café und Schnickschnack-Boutique. Das Hauptaugenmerk liegt allerdings ganz klar auf der Schokolade. Pralinen, Bruchschokolade und kleine Wundertüten kann man hier erstehen, und währenddessen einen köstlichen Moccachino mit heißer Schokosauce schlürfen. So ganz „nebenbei“ bietet die Inhaberin Katja Koshokar- Becker auch noch Pralinenworkshops an, in denen man Schritt für Schritt die Geheimnisse der Pralinenherstellung erfährt und erlernt.
Schokolade erkunden
Dass Schokolade nicht unbedingt süß sein muss, um den Gaumen zu begeistern, beweist das Klaibers Café. Neben allerlei süßen Versuchungen, wie die Sorten Zartbitter-Basilikum oder Vollmilch mit Zigarrenaroma, zaubert der Konditormeister Hort Klaiber auch ein selbst kreiertes und herzhaftes Menu au Chocolat. Das achtgängige Schlemmerdinner wartet unter anderem mit Käse-Rosmarin- Schokoladenkräckern, Entenlebermousse mit weißer Schokoladensauce und Trüffel-Schokoladen-Täschle auf Orangensalat auf. Für 80 Euro pro Person ist man dabei, die nächsten Termine finden am 24. März und 21. April 2012 statt.
„Wein und Schokolade“
Eine ebenso interessante, wenn auch nicht so ungewöhnliche Stimulation der Schokoladen- Geschmacksknospen, verspricht Die kleine Weinakademie im Mönchsberg-Weinkeller in Untertürkheim. Bei dem Seminar „Wein und Schokolade“ versprechen Winzer und Chocolatiers, zu süßer, herber und fruchtiger Schokolade den passenden Weinpartner zu finden. Gekostet werden insgesamt 11 Schokoladen-Wein-Paare, dazwischen werden aber auch, um den Gaumen etwas zu neutralisieren und den Magen zu füllen, kleine (und schokoladenfreie!) Canapés gereicht.
Schokolade bestaunen
Schokolade kann auch ganz andere Wege gehen, vor allem in der Kunst. Die Installation Gartenzwerg in Schokolade des Fluxuskünstlers Dieter Roth im Stuttgarter Kunstmuseum zeigt, dass sich Schokolade aufgrund ihrer Konsistenz neben dem Verzehr zudem hervorragend zum Modellieren von Kunst eignet. Doch da Schokolade nun mal ein Lebensmittel und die Entwicklung des Objekts Teil des Kunstwerks ist, schimmelt der mittlerweile 39 Jahre alte Zwerg seit vielen Jahren vor sich hin. Ist zwar Geschmackssache, aber dennoch sehr sehenswert. Ganz und gar nicht unappetitlich wird die Rittersportschokolade im gleichnamigen Ritter Sport Museum in Waldenbuch präsentiert. In der Schokoaustellung kann man interaktiv den Prozess von der Kakaobohne zur fertigen Tafel Schokolade erkunden, in der Schokowerkstatt für Kinder darf sogar eine Sorte selbst kreiert und die Verpackung selbst gestaltet werden. In dem angeschlossenen Fabrikverkauf Schokoshop gibt´s darüber hinaus noch zahlreiche Schoko-Schnäppchen und Probierhäppchen.
Schokolade erleben
In dem Wellness-und Wohlfühlspa „Milk & Honey“ kann man sich von Schokolade sogar verschönern lassen. Die „Hot Chocolate-Massage“ verwöhnt die Sinne und sorgt dank ihrer Aromastoffe dafür, dass sich auch das sauerste Gemüt süß erhellt. Bei der Ganzkörpermassage wird eine spezielle Schokoladen-Shea-Butter verwendet, die, anders als gewöhnliche Schokolade, früher schmilzt und so schon lauwarm flüssig wird. Die spezielle Massageschoki ist zwar nicht zum Naschen geeignet, dafür soll sie dank ihrer Bitterstoffe entschlackend wirken.
Schokoladenfestival ChocolArt
Vielleicht nicht unbedingt verschönern, dafür aber umfangreich berieseln lassen kann man sich von dem „braunen Gold“ auch auf dem alljährlichen internationalen Schokoladenfestival ChocolArt in Tübingen. Vom 4. bis zum 9. Dezember 2012 finden sich auf dem Tübinger Marktplatz über 100 internationale Chocolatiers zusammen, um ihr Können zu demonstrieren. Neben der Showküche, in der wahre Meisterwerke entstehen (und von denen auch gekostet werden darf) erwarten die Besucher auch Schokomassagen, Pralinenkurse, Kakaomalerei und ein Schokotheater. (VAN)
Weitere Informationen:
Selbach Confiserie Dorotheenstr. 2, 70173 S-Mitte, Tel. 24 23 07,
Mo-Fr 8–18.30, Sa 7.30–16 Uhr
Bittersüß Reuchlinstr. 22, 70178 S-West,
Tel. 67336154, Mo-Fr 9-18, Sa 10-16 Uhr, www.bittersuess-stuttgart.de,
nächste Pralinenworkshops: 10., 17., 24. und 31.März 2012
Klaibers Café König-Karl-Str.18, 70372 S-Bad Cannstatt, Tel. 567490,
Mi, Do, Fr 10-18.30, Sa, So10-17.30 Uhr, www.klaibers-cafe.de
Mo-Fr 8–18.30, Sa 7.30–16 Uhr
Bittersüß Reuchlinstr. 22, 70178 S-West,
Tel. 67336154, Mo-Fr 9-18, Sa 10-16 Uhr, www.bittersuess-stuttgart.de,
nächste Pralinenworkshops: 10., 17., 24. und 31.März 2012
Klaibers Café König-Karl-Str.18, 70372 S-Bad Cannstatt, Tel. 567490,
Mi, Do, Fr 10-18.30, Sa, So10-17.30 Uhr, www.klaibers-cafe.de
Die kleine Weinakademie Augsburger Strasse 451, 70327 S-Untertürkheim,
Tel. 6151991, www.kleine-weinakademie.de, nächster Termin: 24.02.
Stuttgarter Kunstmuseum Kleiner Schlossplatz 1, S-Mitte, Tel. 2162188,
Di, Do-So 10-18, Mi und Fr 10-21 Uhr, www.kunstmuseum-stuttgart.de
Ritter Sport Museum Alfred-Ritter-Straße 27, 71111 Waldenbuch,
Tel. 07157/97704, Mo-Fr 8-18.30, Sa 9-18, So 11-18 Uhr, www.ritter-sport.de
Milk& Honey Pflugfelder Str. 12, Ludwigsburg, Tel. 07141/9743808,
Mo-Fr 8–21, Sa10–16 Uhr und jeden 1. und 3. So 11–17 Uhr, www.milk-honey.de
ChocolArt Holzmarkt, 72070 Tübingen,
Di-Fr 10-20, Sa 10-23, So 11-19.30 Uhr, www.chocolart.de
04.02.2012
(Ausgabe 04. Februar 2012)










