Stuttgart-Info
Arbeitsamt Stuttgart - Geschäftsstellen und ÖffnungszeitenStuttgarter Ballett - Adressen und InformationenBürgerbüro Stuttgart - Geschäftsstellen und ÖffnungszeitenFreibad Stuttgart - Angebote der BäderanstaltenHallenbad Stuttgart - Öffnungszeiten, Eintrittspreise und AdressenKartenvorverkauf Stuttgart - VeranstaltungsticketsKino Stuttgart - Spielstätten auf einen Blick Museum Stuttgart - Adressen und ÖffnungszeitenTheater Stuttgart - ÜbersichtSehenswürdigkeiten Stuttgart - InformationenFerienjob und Nebenjob in StuttgartKindertheater in Stuttgart
Nico Schliemann im Interview
Schuld war der Plattenschrank
Steht in London im Finale von Guitar Idol III: Nico Schliemann.
GOOD NEWS: Von der eigenen Musik leben zu können ist der Traum unzähliger Künstler. Was würden Sie sagen: Leben Sie ihren Traum?
Nico Schliemann: Auf jeden Fall! Ich kann den ganzen Tag das machen, worauf ich Lust habe und verdiene damit sogar noch mein Geld. Die Entscheidung, Profimusiker zu werden, traf ich relativ früh. Schon mit 14 war mir eigentlich klar, wohin mich mein Weg führen wird. Ich habe dann herausgefunden, dass ein Musikstudium unter Umständen auch ohne Abitur geht und habe nach der zehnten Klasse in Freiburg mein Studium begonnen. Eine andere Option gab es für mich schon damals nicht.
GOOD NEWS: Ist das etwas, worüber sich Eltern freuen?
Nico Schliemann: Sagen wir es so: Sie haben mich immer unterstützt. Als ich mit zehn Jahren Gitarre spielen wollte, waren sie anfangs zwar nicht begeistert. Ich habe es aber durchgezogen und sie haben schnell gemerkt, dass ich das wirklich wollte. Spätestens als ich mit der E-Gitarre anfing, war die Schule sehr schnell passé. Ich habe dann nach Schulschluss meinen Schulranzen in die Ecke geworfen und jeden Tag viele Stunden Gitarre gespielt – für mehrere Jahre, wohlgemerkt. Etwas anderes gab es für mich nicht.
GOOD NEWS: Woher kam überhaupt dieser dringliche Wunsch, Gitarre zu spielen?
Nico Schliemann: Meine Eltern sind leidenschaftliche Musikhörer und ich bin neben einem riesigen Plattenschrank aufgewachsen. Als kleines Kind saß ich stundenlang vor diesem Schrank und habe die LP gesucht, auf der „The Final Countdown“ von Europe drauf war. Sobald ich sie gefunden hatte, habe ich den Song immer und immer wieder gespielt. Mit neun habe ich dann das Musikvideo zu „Jump“ von Van Halen auf MTV gesehen. Spätestens da merkte ich, dass ich genau so etwas machen will, dass ich auch Gitarrist werden will.
GOOD NEWS: Begonnen haben sie dann mit der akustischen Gitarre. Wie liefen ihre ersten Begegnungen mit diesem Instrument?
Nico Schliemann: Es ist mir nie besonders schwer gefallen. Ich habe eigentlich alles gut verstanden und konnte die Übungen sofort umsetzen. Mit dem Klavier hatte ich meine Schwierigkeiten, aber Gitarre hat immer gut geklappt.
GOOD NEWS: Und der Übergang auf die E-Gitarre war bei den rockigen Vorbildern wohl nur eine Frage der Zeit, oder?
Nico Schliemann: Wenn man in einer Band spielen will auf jeden Fall. Denn die Akustikgitarre ist dafür einfach zu leise. Ich wollte immer schon mit anderen Musikern zusammenspielen, habe mit 13 meinen ersten Auftritt in einer Coverband gehabt. Es war mir also schnell klar, dass ich die akustische irgendwann gegen die elektrische tauschen würde.
GOOD NEWS: Bestimmt haben Sie einige Vorbilder an der E-Gitarre, nehme ich an?
Nico Schliemann: Durchaus. Ein großes Vorbild ist auf jeden Fall Jimi Hendrix. Ansonsten Gary Moore, Eddie van Halen, Steve Vai oder Steve Lukather – eben die breite Riege der Rockgitarristen. Ich stehe allerdings auch auf die ganze Blues-Kiste und habe generell einen weit gefächerten Musikgeschmack. Das finde ich persönlich sehr wichtig.
GOOD NEWS: Das merkt man an den vielfältigen Projekten, mit denen Sie regelmäßig auch in Stuttgart live zu sehen sind. Warum sind Sie nach dem Studium eigentlich nach Stuttgart gezogen?
Nico Schliemann: Ich stieg in eine Band ein, deren Bassist an der Stuttgarter Musikhochschule studierte. Nach dem Ende dieser Band habe ich mit ihm in einer anderen Stuttgarter Gruppe gespielt und habe auch mit ihm in einer Wohngemeinschaft im Stuttgarter Osten gewohnt.
GOOD NEWS: Wieso eigentlich Stuttgart?
Nico Schliemann: Ich überlegte nach dem Studium, wo ich hinziehen soll. Freiburg ist zwar eine wirklich schöne Stadt, doch sobald Semesterferien sind, ist Freiburg richtig tot. Außerdem liegt die Stadt geografisch doch eher schlecht. Berlin und Hamburg kamen für mich nicht in Frage. In Stuttgart kannte ich schon ein paar Leute, es war außerdem nicht so weit von meiner ursprünglichen Heimat Singen entfernt und lag einfach sehr zentral.
GOOD NEWS: Und was war ihr erster Eindruck von der Stadt?
Nico Schliemann: Mir gefällt Stuttgart gut. Es gibt sehr viele schöne Ecken – und besonders hat es mir von Anfang an das „Bermuda-Dreieck“ zwischen Schocken, Oblomow und Mata Hari angetan. Ich bin eben ein elendiger Kneipengänger. (lacht) Mir hat es direkt in der Stadt immer sehr gut gefallen, und auch wenn ich mittlerweile etwas außerhalb wohne, bin ich immer noch regelmäßig in Stuttgart. Erst kürzlich habe ich wieder im Mata Hari gespielt und am 10. Dezember 2011 spiele ich in Botnang.
GOOD NEWS: Wirft man einen Blick in die „Dates“-Sektion auf ihrer Homepage, wird schnell deutlich, dass sie ein gefragter Musiker sind. Was können sie denn Nachwuchsmusikern empfehlen, die einen ähnlichen Weg anstreben?
Nico Schliemann: Geduld! (lacht) Viel Geduld und so lange üben, wie es nur geht. Man sollte vor dem Berufsa schon so weit auf seinem Instrument fortgeschritten sein, dass man sich dann auch um seine Karriere kümmern kann. Denn das kostet so viel Zeit, dass man kaum noch dazu kommt, regelmäßig zu üben. Meiner Meinung nach sollte man außerdem nicht davor zurückscheuen, selbst Unterricht auf dem Instrument zu geben. Ich mache das seit geraumer Zeit und habe großen Spaß, mein Wissen zu vermitteln.
GOOD NEWS: Und davon hat sich in den letzten Jahren eine Menge angesammelt. Nicht umsonst stehen Sie im Finale des Gitarren-Wettbewerbs „Guitar Idol“, das am morgigen Sonntag in London über die Bühne geht.
Nico Schliemann: Das ist wirklich cool. „Guitar Idol“ ist ein weltweiter Gitarrenwettbewerb. Per Online-Voting wurden aus weit über 1.000 Bewerbern die hundert besten gekürt, mittels einer Jury treten jetzt die letzten zwölf Finalisten gegeneinander an. Und ich bin einer von ihnen. Ich wollte es einfach mal austesten, obwohl ich eigentlich kein Fan von Wettbewerben bin. Musik sollte man zusammen machen und nicht gegeneinander. Diese Sache hat mich aber gereizt, und bislang hat es sich ja auch gelohnt. Jetzt wollen wir mal sehen, was das Finale bringt. Es wird spannend, denn die Konkurrenz schläft nicht.
GOOD NEWS: Danke für das Gespräch und viel Erfolg beim morgigen Finale! (BS)
Weitere Informationen:www.nicoschliemann.de
03.12.2011
(Ausgabe 03. Dezember 2011)










