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Wasserball
Bärenstarke Bundesligisten
Hohe Sprünge im tiefen Gewässer - der SV Cannstatt. (Bilder: Privat)
Handball ist ein harter Sport? Was, wenn zwei Meter tiefes Wasser dazukommt? Dann spricht man von Wasserball – dem härtesten Wassersport der Welt. Eine Sportart, die alles vereint was einen spannenden Sport ausmacht: Ausdauer, Kraft, Ballgefühl, Teamgeist, sportliche Höchstleistungen.
Zu schnell für das Auge
Das Spiel ist rasant, die Spieler kraulen in Höchstgeschwindigkeit durch das Becken – von einem Tor zum anderen. Das Spiel ist oft so schnell, dass man den Ball aus den Augen verliert. Durch kräftige Beinbewegungen schnellen die Spieler nach oben aus dem Wasser und erreichen so mit dem Bauchnabel die Wasseroberfläche.
Aufstieg in die 1. Bundesliga
Die Spieler des SV Cannstatt sehen nach ihrem ersten Trainingsspiel noch fit aus. Sie bereiten sich ehrgeizig auf die nächsten Spiele vor. Denn die Jungs haben endlich geschafft, was ihnen lange nicht vergönnt war: den Aufstieg in die 1. Wasserball-Bundesliga. Jahrelang verhinderte der begrenzte Etat des Vereins den Aufstieg.
Ohne Moos nix los
2006 musste die Mannschaft nach dem Sieg der Deutschen Meisterschaften den Zwangsabstieg hinnehmen. Die Gelder für die 1. Bundesliga konnten damals nicht aufgetrieben werden. „Wasserball ist in Deutschland kein bekannter Sport. Dadurch fällt es uns schwer Sponsoren zu finden“, sagt Matthias Zielke, Vorstand für den Bereich Wasserball des SV Cannstatt.
Zeitaufwendiges Hobby
Der Etat im gesamten deutschen Wasserballsport ist gering. Trainer und Spieler gehen neben ihrem zeitaufwendigen „Hobby“ Wasserball normalen Berufen nach. Bei internationalen Turnieren muss sich Deutschland mit Amateur-Sportlern gegen Wasserball-Profis behaupten.
Die Olympischen Spiele - die Krönung
So wie 2004 bei den Olympischen Spielen in Athen. Unter den damaligen Amateur-Spielern befand sich auch der Cannstatter Spieler Steffen Dierolf. „Athen war eine einmalige Erfahrung für mich. Es war eine riesige Ehre, Teil der deutschen Mannschaft zu sein. Und auch wir Wasserballer haben mit unserem fünften Platz einen Beitrag zum Erfolg Deutschlands bei den Spielen geleistet.“
Noch keine Medaille in Sicht
Ein Blick auf den Medaillenspiegel verdeutlich, was er meint: „Die ersten Plätze werden stets unter den selben Ländern ausgemacht, nämlich unter denen, die sich dem Sport professionell widmen“, erklärt Dierolf. „Ungarn und Serbien gehören immer dazu, auch Russland und Griechenland kämpfen um die Medaillen.“
6.000 Zuschauer sorgten für Stimmung
Die Begeisterung dieser Nationen für den Wasserball durfte Steffen Dierolf bei den Olympischen Spielen hautnah miterleben: „Das beste Spiel meines Lebens war in Athen: Wir haben gegen die Griechen gespielt. 6.000 Zuschauer waren gegen uns, aber die Atmosphäre war unglaublich. Das war eine gigantische Erfahrung.“
Wasserball als Nationalsport
In Ungarn wiederum werden die Wasserballer gefeiert wie hierzulande die Fußballnationalmannschaft. Der Trainer des SV Cannstatt, András Fehér, ist selbst Ungar und erzählt aus seinem Heimatland: „Die Wasserball-Spieler sind überall: Auf riesigen Werbeplakaten in der Stadt, im Fernsehen, in allen Medien. In den Hallen sind bis zu 8.000 Zuschauer, die für eine unglaubliche Atmosphäre sorgen.“
Verletzungen sind selten
Der typische Wasserball-Spieler ist 1,95 Meter groß und wiegt 96 Kilo. Verletzungen gibt es in dem körperbetonten Spiel kaum. Die größte Herausforderung, neben der Orientierung im Wasser, ist das Spiel Mann gegen Mann.
Ziehen, drücken, schieben
Im Zweikampf wird gezogen, gedrückt und geschoben – alles unterhalb der Wasseroberfläche, wo es der Schiedsrichter nicht sehen und demnach nicht ahnden kann. Den Ball müssen die Spieler bei all dem Gerangel stets im Blick behalten und sich für ein Anspiel anbieten.
Der Torwart als Wand
Wer zum Torwurf kommt, muss sich gegen einen aggressiven Abwehrspieler durchsetzen und den Torwart austricksen, der sich plötzlich eineinhalb Meter über der Wasseroberfläche aufbäumt. Kerzengerade, mit erhobenen Händen hebt er sich einige Sekunden in die Höhe. Nur ein erfahrener Spieler behält jetzt die Nerven und wartet bis den Torwart die Kräfte verlassen. Sobald der Torwart zurück ins Wasser sinkt, kommt der Wurf und – Tor!
Klassenerhalt ist das Ziel
Nach vier Spieltagen in der 1. Bundesliga steht der SV Cannstatt auf dem 7. Tabellenplatz der Hauptrunde B. Der 33-jährige Steffen Dierolf weist auf die junge Mannschaft hin, die sich erst noch finden muss. Sein Trainer András Fehér hofft auf den Klassenerhalt und hat sich zum Ziel gesetzt, die Nachwuchsspieler zu fördern.
Tägliches Training - trotz Jobs und Schule
„Wir trainieren jeden Tag zwei Stunden im Wasser. Dazu kommen Krafteinheiten zweimal die Woche. Auch in den Ferien müssen die Jungs morgens und abends ins Wasser“, erzählt der 55-jährige, der selbst 25 Jahre Wasserball gespielt hat.
Jugendarbeit für die Zukunft des Sports
„Mit einer guten Jugendarbeit können wir an die Erfolge der letzten Jahre anknüpfen.“ Auf einen dauerhaften Verbleib in der 1. Bundesliga hoffen die Spieler und Verantwortlichen des SV Cannstatt. Noch einmal der Trainer: „Wenn wir einen Sponsor finden, können wir uns in der Liga behaupten.“ (JUS)
Zu schnell für das Auge
Das Spiel ist rasant, die Spieler kraulen in Höchstgeschwindigkeit durch das Becken – von einem Tor zum anderen. Das Spiel ist oft so schnell, dass man den Ball aus den Augen verliert. Durch kräftige Beinbewegungen schnellen die Spieler nach oben aus dem Wasser und erreichen so mit dem Bauchnabel die Wasseroberfläche.
Aufstieg in die 1. Bundesliga
Die Spieler des SV Cannstatt sehen nach ihrem ersten Trainingsspiel noch fit aus. Sie bereiten sich ehrgeizig auf die nächsten Spiele vor. Denn die Jungs haben endlich geschafft, was ihnen lange nicht vergönnt war: den Aufstieg in die 1. Wasserball-Bundesliga. Jahrelang verhinderte der begrenzte Etat des Vereins den Aufstieg.
Ohne Moos nix los
2006 musste die Mannschaft nach dem Sieg der Deutschen Meisterschaften den Zwangsabstieg hinnehmen. Die Gelder für die 1. Bundesliga konnten damals nicht aufgetrieben werden. „Wasserball ist in Deutschland kein bekannter Sport. Dadurch fällt es uns schwer Sponsoren zu finden“, sagt Matthias Zielke, Vorstand für den Bereich Wasserball des SV Cannstatt.
Zeitaufwendiges Hobby
Der Etat im gesamten deutschen Wasserballsport ist gering. Trainer und Spieler gehen neben ihrem zeitaufwendigen „Hobby“ Wasserball normalen Berufen nach. Bei internationalen Turnieren muss sich Deutschland mit Amateur-Sportlern gegen Wasserball-Profis behaupten.
Die Olympischen Spiele - die Krönung
So wie 2004 bei den Olympischen Spielen in Athen. Unter den damaligen Amateur-Spielern befand sich auch der Cannstatter Spieler Steffen Dierolf. „Athen war eine einmalige Erfahrung für mich. Es war eine riesige Ehre, Teil der deutschen Mannschaft zu sein. Und auch wir Wasserballer haben mit unserem fünften Platz einen Beitrag zum Erfolg Deutschlands bei den Spielen geleistet.“
Noch keine Medaille in Sicht
Ein Blick auf den Medaillenspiegel verdeutlich, was er meint: „Die ersten Plätze werden stets unter den selben Ländern ausgemacht, nämlich unter denen, die sich dem Sport professionell widmen“, erklärt Dierolf. „Ungarn und Serbien gehören immer dazu, auch Russland und Griechenland kämpfen um die Medaillen.“
6.000 Zuschauer sorgten für Stimmung
Die Begeisterung dieser Nationen für den Wasserball durfte Steffen Dierolf bei den Olympischen Spielen hautnah miterleben: „Das beste Spiel meines Lebens war in Athen: Wir haben gegen die Griechen gespielt. 6.000 Zuschauer waren gegen uns, aber die Atmosphäre war unglaublich. Das war eine gigantische Erfahrung.“
Wasserball als Nationalsport
In Ungarn wiederum werden die Wasserballer gefeiert wie hierzulande die Fußballnationalmannschaft. Der Trainer des SV Cannstatt, András Fehér, ist selbst Ungar und erzählt aus seinem Heimatland: „Die Wasserball-Spieler sind überall: Auf riesigen Werbeplakaten in der Stadt, im Fernsehen, in allen Medien. In den Hallen sind bis zu 8.000 Zuschauer, die für eine unglaubliche Atmosphäre sorgen.“
Verletzungen sind selten
Der typische Wasserball-Spieler ist 1,95 Meter groß und wiegt 96 Kilo. Verletzungen gibt es in dem körperbetonten Spiel kaum. Die größte Herausforderung, neben der Orientierung im Wasser, ist das Spiel Mann gegen Mann.
Ziehen, drücken, schieben
Im Zweikampf wird gezogen, gedrückt und geschoben – alles unterhalb der Wasseroberfläche, wo es der Schiedsrichter nicht sehen und demnach nicht ahnden kann. Den Ball müssen die Spieler bei all dem Gerangel stets im Blick behalten und sich für ein Anspiel anbieten.
Der Torwart als Wand
Wer zum Torwurf kommt, muss sich gegen einen aggressiven Abwehrspieler durchsetzen und den Torwart austricksen, der sich plötzlich eineinhalb Meter über der Wasseroberfläche aufbäumt. Kerzengerade, mit erhobenen Händen hebt er sich einige Sekunden in die Höhe. Nur ein erfahrener Spieler behält jetzt die Nerven und wartet bis den Torwart die Kräfte verlassen. Sobald der Torwart zurück ins Wasser sinkt, kommt der Wurf und – Tor!
Klassenerhalt ist das Ziel
Nach vier Spieltagen in der 1. Bundesliga steht der SV Cannstatt auf dem 7. Tabellenplatz der Hauptrunde B. Der 33-jährige Steffen Dierolf weist auf die junge Mannschaft hin, die sich erst noch finden muss. Sein Trainer András Fehér hofft auf den Klassenerhalt und hat sich zum Ziel gesetzt, die Nachwuchsspieler zu fördern.
Tägliches Training - trotz Jobs und Schule
„Wir trainieren jeden Tag zwei Stunden im Wasser. Dazu kommen Krafteinheiten zweimal die Woche. Auch in den Ferien müssen die Jungs morgens und abends ins Wasser“, erzählt der 55-jährige, der selbst 25 Jahre Wasserball gespielt hat.
Jugendarbeit für die Zukunft des Sports
„Mit einer guten Jugendarbeit können wir an die Erfolge der letzten Jahre anknüpfen.“ Auf einen dauerhaften Verbleib in der 1. Bundesliga hoffen die Spieler und Verantwortlichen des SV Cannstatt. Noch einmal der Trainer: „Wenn wir einen Sponsor finden, können wir uns in der Liga behaupten.“ (JUS)
Die Wasserballer des SV Cannstatt freuen sich, dass sie in dieser Saison wieder in der höchsten Liga spielen können.
02.01.2010
(Ausgabe Januar 2010)











