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Schluss mit dem Chaos im Märchenland! Keine leichte Aufgabe für Yoyo und Doc Croc.
Märchenspaß in Stuttgart
Märchenzauber „SimsalaGrimm“
Im Fernsehen tauchen die Zeichentrickfiguren Yoyo und Doc Croc mit ihrem fliegenden Buch seit Jahren in Märchen ein und verhelfen den Helden zum Happy End. Jetzt erobern die zwei auch die Theaterbühne. Marcell Gödde, Inhaber des Cocomico Theaters in Köln, hat mit seinem Kollegen Karl-Heinz March aus der Serie ein Kindermusical gemacht. Im Januar ist es in Stuttgart zu Gast.
GOOD NEWS: Wie kamen Sie dazu, die Fernsehserie „SimsalaGrimm“ auf die Bühne zu bringen?
Marcell Gödde: „Greenlight“, das ist die Produktionsfirma der Fernsehserie aus Berlin, und die Plattenfirma SONY sind auf uns zugekommen und haben gefragt, ob wir das nicht produzieren wollen. Da 2011 mit Wilhelm Grimms 225. Geburtstag auch ein Märchenjubiläumsjahr ist, hat es uns sehr angesprochen. Und so entstand die Zusammenarbeit.
GOOD NEWS: Und wie läuft diese ab?
Marcell Gödde: Wir schreiben und produzieren „SimsalaGrimm“ für die Bühne und schicken das Stück dann auf die Reise.
GOOD NEWS: Und wie viel Arbeit steckt dahinter bis das Stück fertig für die Premiere ist?
Marcell Gödde: Von der ersten Idee bis zur Aufführung braucht so etwas eineinhalb bis zwei Jahre. Die letzten sechs Monate dienen der Produktion, in den letzten drei davon beginnt dann die heiße Endphase mit Proben. Aber auch nach der Premiere ist die Arbeit nicht zu Ende. Es gibt im begrenzten Rahmen immer noch etwas zu verbessern.
GOOD NEWS: Was hat Sie besonders daran gereizt, die Fernsehserie als Bühnenstück umzusetzen?
Marcell Gödde: Die Serie ist modern umgesetzt. Ich glaube, sie ist weltweit in über 100 Länder verkauft. Auch zeitlich hat es gut gepasst, da gerade eine neue Staffel produziert wurde, während wir das Musical produzierten. Außerdem sind Märchen ein deutsches Kulturerbe, dem man sich so nähern kann. Und es fällt Kindern leichter, wenn sie die Vorlage aus dem TV oder als DVD kennen. Die Popularität der Figuren erhöht die Zugangsmöglichkeiten.
GOOD NEWS: Was gefällt Ihnen denn an den Abenteuern von Yoyo und Doc Croc am besten?
Marcell Gödde: Ich finde es spannend, einen Märchenmix mit den Figuren Yoyo und Doc Croc zu sehen. Die Serie ist sehr aktiv und modern umgesetzt und zeigt, wie man Märchen kreativ angehen kann. Yoyo ist spritzig, sportlich, flippig und aktiv. Das gepaart mit Doc Croc, der eher belesen und intellektuell ist, ergibt eine wunderbare explosive Mischung, um etwas Großes zu bewegen.
GOOD NEWS: Wovon handelt Ihr Märchen-Musical „SimsalaGrimm“?
Marcell Gödde: Die böse Königin aus dem Schneewittchen-Märchen möchte die mächtigste Königin im Märchenland Simsala werden. Darum spricht sie mithilfe ihres Spiegels einen Fluch aus, der aber das ganze Märchenland ins Chaos stürzt und alles durcheinander bringt. Rapunzel hat keine langen Haare mehr. Der gestiefelte Kater quakt wie der Froschkönig. Schneewittchen ist ein Märchenherold geworden und kann nur noch reimen. Es gibt Elemente aus zahlreichen Märchen wie dem gestiefelten Kater, dem Froschkönig, Schneewittchen, Rotkäppchen, Rapunzel, mit Prinzen und noch viel mehr.
GOOD NEWS: Und wie kommen Yoyo und Doc Croc ins Spiel?
Marcell Gödde: Die beiden sind gerade im Urlaub und bekommen am Rande mit, was los ist. Mit Hilfe von Schneewittchen, dem gestiefelten Kater, Rumpelstilzchen und sogar der Zuschauer wollen sie alles wieder in Ordnung bringen. Am Schluss wird die böse Königin verbannt und das Gute gewinnt. Ein Märchen ohne Happy-End konnten wir uns nicht vorstellen.
GOOD NEWS: Wie helfen die Zuschauer?
Marcell Gödde: Die Kinder werden ständig aufgefordert, den Helden behilflich zu sein. Die setzen sehr auf die Aufmerksamkeit und Klugheit der Kinder und sprechen diese auch oft an. So spielen die Kinder zwar nicht auf der Bühne mit, werden aber im Stück gehalten. Zum Beispiel hat Rumpelstilzchen seinen Namen vergessen. Die Kinder sollen ihn dazu bringen, sich wieder an seinen Namen zu erinnern. Oder wenn Yoyo und Doc Croc auf der Suche nach Helden sind, schlagen die Kinder Mithelden vor.
GOOD NEWS: Und warum haben Sie sich für die Musical-Variante entschieden?
Marcell Gödde: Das ist unsere Spielform, mit der wir am liebsten durchs Land ziehen. Uns macht das am meisten Freude. Ich glaube auch, dass Musik den Menschen sehr inne liegt und dass es Kinder stark begeistert, wenn man eine Musikkomponente mit dabei hat. Gerade in Zeiten der digitalen Medienentwicklung und des reinen Kulturkonsums kann man sich so auch abgrenzen.
GOOD NEWS: Können Sie einige Situationen nennen, in denen die Figuren singen?
Marcell Gödde: Es wird ständig gesungen. Auch, wenn es dramatisch oder lustig wird, es gibt vielfältige Situationen. Insgesamt gibt es zwölf Lieder. Zum Beispiel, wenn der Prinz auf der Suche nach Schneewittchen dann Rapunzel erliegt. Auch Yoyo und Doc Croc singen.
GOOD NEWS: Und ist das Stück nur für Kinder oder auch für Erwachsene ein Spaß?
Marcell Gödde: Es muss allen gefallen. Bei uns kommen über 60 % Erwachsene mit ihren Kindern, es ist echtes „Family Entertainment“. Kinder kann man nicht überfordern und die Eltern wollen wir nicht unterfordern. Unser Konzept beinhaltet, dass auch die Erwachsenen gern wiederkommen.
GOOD NEWS: Das Märchen-Musical ist ja seit Oktober auf Deutschlandtournee. Wie kam es bis jetzt bei den Zuschauern an?
Marcell Gödde: Die Begeisterung ist sehr groß. Es ist uns gelungen, eine spritzige, harmonische und hervorragende Produktion auf die Reise zu bringen. Es waren 60 Vorstellungen geplant, inzwischen sind über 120 gebucht. Zwei Drittel der Vorstellungen sind bereits ausverkauft. Fast in jeder Region wird es eine zweite Veranstaltung geben. Es wird darum eine Verlängerung der Spielzeit geben, sodass „SimsalaGrimm“ dann über zwei Jahre laufen soll. Unsere Erwartungen wurden bei weitem übertroffen.
GOOD NEWS: Vielen Dank für das Interview!
02.01.2012
(Ausgabe 31. Dezember 2011)










