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Video über Stuttgart
Die Stadt im Zeitraffer
Stuttgart, 5 Uhr morgens. Die Stadt schläft nicht, sie leuchtet, Autos rasen hindurch, der Rauch aus dem Schornstein weht nach links. Mit diesen Aufnahmen, fotografi ert vom Aussichtsturm Burgholzhof, beginnt der Film „stuttgart24h“ von Christoph Kalck und Jascha Vick. Im Zeitraffer ziehen 24 Stunden der pulsierenden Landeshauptstadt innerhalb von zehn Minuten vorbei. Dafür wählten die beiden Studenten der Audiovisuellen Medien aus mehr als 100.000 geknipsten Fotos rund 15.000 aus.
Entstanden an der HdM
Entstanden ist der Film im Rahmen der Studioproduktion „Interaktive Medien“ an der Hochschule der Medien (HdM) Stuttgart. Vor den Augen des Betrachters laufen Bilder ab, die Lust machen, die 20 fotografi erten Orte selbst zu erkunden. Dabei haben die Studenten nicht nur die klassischen Postkartenmotive wie den Schlossplatz ausgewählt, sondern auch nach Orten gesucht, die ebenfalls zur Stadt gehören, wie der Großmarkt und der Güterbahnhof.
Ein alternativer Blick auf Stuttgart
„Wir wollten einen alternativen Blick auf Stuttgart zeigen und Einblicke geben, wie sich die Menschen in der Stadt bewegen“, sagt Jascha Vick. Für Christoph Kalck ist es „unser Blick auf Stuttgart, wie er in einem Semester entstanden ist. Durch die Weitwinkel-Aufnahmen wird einem bewusst, dass man doch nur ein kleines Rädchen in einem großen Getriebe ist und durch den Zeitraffer entsteht Bewegung, die man sonst nicht zu würdigen weiß.“Musik und Bilder untrennbar verbinden
Mindestens so wichtig wie die Bilder ist die Musik dazu von Sebastian Bartmann. Er hat sie eigens für den Film komponiert. „Ich wollte eine fesselnde und gleichzeitig sympathische Musik schaffen, die untrennbar mit den Bildern verbunden ist“, so der 30-Jährige.Hexenkessel Schlossplatz
Es folgen Aufnahmen vom Porscheplatz, der Stadtbahnhaltestelle Löwen-Markt in Weilimdorf sowie vom Pragsattel. Während das Morgenrot und die Sonne die Nacht verdrängen, herrscht ab 9 Uhr im Großmarkt und in der Markthalle Hochbetrieb. Anschließend Bilder vom Schlossplatz, die Lieblingsszene des 21-jährigen Christoph Kalck: „Da passiert so viel: Die Sonne blitzt durch die Wolken, man sieht Menschen, ein- und ausparkende Autos, das Alte und Neue Schloss, ein Karussell. Die Aufnahme kann man oft anschauen und man entdeckt immer wieder Neues.“ Die Einstellung ist auch deshalb eine besondere, weil sie von einem nicht frei zugänglichen Standpunkt aus fotografi ert wurde.Die Affen sind los
Nach einem Abstecher zum Schloss Solitude zeigt der Film das Affenhaus der Wilhelma, die Lieblingsszene des 25-jährigen Jascha Vick: „Die Konturen der Menschen im Vordergrund ergeben mit den Affen im Hintergrund ein interessantes Zusammenspiel, durch welches sich die beiden Ebenen vermischen.“Nachmittags ein Besuch im Museum
Es ist inzwischen Nachmittag, Freizeit- und Kulturaktivitäten wie ein Besuch in der Staatsgalerie, in der Wilhelma und im Mercedes-Benz Museum folgen. Die Menschen bilden Trauben, bleiben vor den Bildern stehen. Gerne hätten die beiden Studenten noch Sequenzen, in denen Menschen in Produktionen und Werken arbeiten, eingebaut. Dort wurde ihnen das Fotografi eren allerdings nicht gestattet.Ein Ort mit Emotion
Bei Feierabend zeigt sich die Weinsteige mit der untergehenden Sonne von ihrer schönsten Seite. Sebastian Bartmann, der unter anderem an der Stuttgarter Musikhochschule studiert hat, mag diese Szene besonders: „Aus musikalischer Sicht ist es für mich einer der wenigen Orte mit Emotion. Hier kann man sich zurücklehnen und die Entwicklung in die Nacht hinein genießen, bevor die Hektik am Charlottenplatz losgeht.“Die Liebe für Stuttgart visualisieren
Durch den Film haben sich die drei intensiv mit ihrem Wohnort auseinandergesetzt. Der Komponist schwärmt: „Stuttgart fand ich als Stadt schon immer interessant, inzwischen liebe ich sie. Als ich die ersten Aufnahmen sah, wusste ich gleich, in welche Richtung die Klangfarben gehen sollen.“"Ein durchkomponiertes Werk"
Sein Wunsch war, ein durchkomponiertes Werk zu schaffen. Dabei hatte er alle Freiheiten. „Wir wussten, dass die Bilder mit der Musik von Sebastian auf einer anderen Ebene sein werden“, so Christoph Kalck. „Bereits von Anfang an hatten wir großes Vertrauen zueinander, da hat man gemerkt, dass sich das Projekt so langsam entwickelt“, erinnert sich Jascha Vick an das erste Treffen der Studenten mit dem Komponisten.Tolle Resonanz
Insgesamt wurde an 25 Tagen rund 55 Stunden lang im Zwei-Sekunden- Takt fotografiert. Es entstand ein Projekt, dass rund 1,5 Terabyte Speicherplatz benötigt. Mit der hohen Auflösung der Bilder kann der Kurzfilm nicht nur im Internet, sondern problemlos auch auf der großen Leinwand gezeigt werden. So wie bei der Premiere Ende Januar an der HdM, wo das Dreier-Gespann erstmals Reaktionen vom Publikum bekommen hat. Und das ist von dem Film begeistert: Bereits nach 15 Tagen wurde das Video auf der Internetplattform Vimeo mehr als 18.000 Mal abgespielt.Hoher Anspruch an sich selbst
Mit einer so positiven Resonanz hatten die beiden Filmemacher nicht gerechnet. „Wir haben noch nie ein Projekt von einer solchen Größe realisiert. Aber wir hatten schon – wie alle Kommilitonen – den Anspruch, etwas Tolles, Einzigartiges zu machen“, so Christoph Kalck. (EE)06.03.2010
(Ausgabe März 2010)











